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20201130154918

Impfstoffhersteller Curevac schreibt weiter rote Zahlen

15:30
30.11.2020
Der deutsche Biotechanbieter Curevac, der an einem Corona-Impfstoff arbeitet, schreibt weiter rote Zahlen. Im dritten Quartal lag der Nettoverlust bei 36,8 Millionen Euro (Vorjahresquartal: 18,4 Millionen Euro), wie das Unternehmen am Montag in Tübingen mitteilte.

Der Gesamt-Nettoverlust lag wegen Forschungs- und Entwicklungskosten zum 30. September bei 71 Millionen Euro. Im Vergleichszeitraum 2019 waren dies 63,9 Millionen Euro gewesen. Curevac hatte im ganzen vergangenen Jahr einen Verlust von knapp 100 Millionen Euro bei rund 17,5 Millionen Euro Umsatz verbucht.

Die Umsätze beliefen sich bis zum 30. September auf 42,8 Millionen Euro. Dies entspricht einem Anstieg um 32,2 Millionen Euro im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2019. Curevac führte dies unter anderem auf die strategische Kooperationsvereinbarung mit den britischen Pharmakonzern GlaxoSmithKline zurück. GlaxoSmithKline beteiligte sich mit 150 Millionen Euro an Curevac. Außerdem erhielt Curevac eine Vorauszahlung von 120 Millionen Euro. Die liquiden Mittel des Unternehmens stiegen von 30,7 Millionen Euro zum 31. Dezember 2019 auf 892,4 Millionen Euro zum 30. September 2020.

Curevac ist bei der Suche nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus einer von mehreren Hoffnungsträgern weltweit. Die globale, zulassungsrelevante Phase 2b/3-Studie startet in Kürze.

(dpa)

Müller weist Kritik an mangelnder Beteiligung an Corona-Hilfen zurück

15:01
30.11.2020
Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat die Kritik zurückgewiesen, die Länder würden sich nicht genügend an den Kosten der Corona-Hilfen beteiligen. «Der Bund hat wahnsinnig viel gemacht und unterstützt, hohe dreistellige Milliardenbeträge - und die Länder ganz genauso», sagte Müller, der derzeit auch Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) ist, am Montag in einem Live-Interview des «Spiegels» (Online). «Allein der Stadtstaat Berlin kommt auf Milliarden. Jetzt kann man sich ausrechnen, was in Bayern und in NRW und Baden-Württemberg in den großen Ländern los ist.»

Auch Brandenburgs Finanzministerin Katrin Lange (SPD) wies Brinkhaus' Forderung zurück. «Die Länder gehen bereits jetzt an die Grenze des finanziell überhaupt Verantwortbaren», sagte sie laut einer Mitteilung in Potsdam.

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus hatte am Sonntagabend in der ARD-Sendung «Bericht aus Berlin» seine Forderung verteidigt, die Länder sollten bei den Corona-Hilfen künftig mehr zahlen. «Natürlich haben auch die Länder Lasten getragen, aber das ist aus der Balance geraten», sagte der CDU-Politiker.

Müller widersprach dem energisch: «Es ist einfach bedauerlich, dass das letzte halbe Jahr an Herrn Brinkhaus offensichtlich völlig spurlos vorübergegangen ist und er gar nicht mitbekommen hat, was wir gemeinsam geleistet haben», sagte er. «Es ist mir völlig schleierhaft, wie man so einseitig sagen kann, die Länder müssen in die Pflicht kommen. Richtig ist, aus meiner Sicht, wir bleiben beide in der Pflicht. Der Bund wird weiter in Pflicht bleiben zu unterstützen bei den großen übergeordneten Fragen. Die Lufthansa, wenn die unterstützt werden soll, kann man nicht sagen, das soll Mecklenburg-Vorpommern eben machen. Das ist Aufgabe des Bundes. Wenn ich Kulturbetriebe habe in Sachsen-Anhalt, ist es Aufgabe auch zumindest des Landes, solche Betriebe zu unterstützen. »

Brandenburgs Finanzministerin sagte, das Land habe einen Rettungsschirm von bis zu zwei Milliarden Euro aus Krediten aufgespannt. «In Berlin dämmert es langsam, dass der derzeitige Corona-Kurs nicht mehr lange fortgesetzt werden kann, ohne die öffentlichen Haushalte von Bund, Ländern und Kommunen nachhaltig zu ruinieren», sagte Lange weiter. Der Staat ersetze faktisch ausgefallene und nicht erbrachte Wirtschaftsleistung - das sei nicht unbegrenzt möglich.

(dpa)

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