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20201122082739

Verstoß gegen Corona-Regeln - Polizei löst Feier mit 30 Gästen in Zell unter Aichelberg auf

08:25
22.11.2020
Wegen Verstoßes gegen die Corona-Regeln hat die Polizei in Zell unter Aichelberg eine Party mit etwa 30 Gästen aufgelöst. Sie hätten in einem Gewerbebetrieb mit lautstarker Musik gefeiert, teilte die Polizei am Sonntag mit. Zeugen hatten zuvor auf die Feier im Kreis Göppingen hingewiesen.

Die zwei Organisatoren seien stark angetrunken gewesen und hätten aggressiv auf Anweisungen reagiert, hieß es. Um eine Eskalation zu verhindern, forderten zwei Polizisten vor Ort Verstärkung an. In der Zwischenzeit konnten die Feiernden in der Nacht zum Sonntag durch einen Hinterausgang flüchten. Auf die beiden Organisatoren kommen nun mehrere Anzeigen zu.

(dpa/lsw)

Kirchen im Südwesten planen für Weihnachten - ins Ungewisse

08:24
22.11.2020
In rund einem Monat ist Weihnachten. Die Planungen in den Kirchen laufen auf Hochtouren. Doch wegen der Corona-Krise stehen hinter all den Überlegungen noch dicke Fragezeichen. Es gibt aber viele kreative Ideen.

Karlsruhe/Rottenburg (dpa/lsw) - Wegen der Corona-Pandemie und der unklaren Lage in Sachen Beschränkungen und Verbote müssen die Kirchen bei den Plänen für die Weihnachtsfeierlichkeiten diesmal besonders kreativ und flexibel sein. Rund einen Monat vor Heiligabend ist noch ziemlich unklar, welche Vorschriften gelten werden. Zwar sind Abstandsregeln und Ticketsysteme seit Monaten erprobt, wie eine Umfrage bei den beiden evangelischen Landeskirchen in Baden und Württemberg sowie den katholischen Diözesen in Rottenburg-Stuttgart und Freiburg ergab. Doch zum Fest der Feste stellten sich neue Herausforderungen, betonte eine Sprecherin der Landeskirche in Baden: «Weihnachten kommen grundsätzlich mehr Menschen als Ostern.»

Daher werde teils mit mehreren Gottesdiensten geplant, was aber auch mehr Ehrenamtliche erforderlich mache. Zudem müssten Lüftungszeiten eingehalten und nach jedem Gottesdienst Möbel desinfiziert werden. Viele Angebote werden wieder online übertragen, die Kirchen bieten Vorlagen für Gottesdienste zu Hause. Manche suchen nach Orten mit mehr erlaubten Besuchern unter Einhaltung der Abstandsvorgaben wie Fußballstadien, Gemeindehallen oder Parkhäuser. «Aber im Moment weiß man nicht, was umgesetzt werden darf», sagte die Sprecherin in Karlsruhe. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hatte in der SWR-Sendung «Zur Sache Baden-Württemberg» gesagt: «Ich kann mir jetzt nicht vorstellen, dass die Gottesdienste voll geöffnet sind.»

Ein Sprecher der Diözese Rottenburg-Stuttgart erklärte, gerade in ländlichen Gebieten könne es sein, dass die Kirchen selbst dann nicht genügend Platz bieten, wenn mehrere Gottesdienste gefeiert werden. «Ist in diesen Fällen vor Ort eine größere evangelische Kirche vorhanden, streben wir eine Nutzung durch beide Konfessionen an», hieß es. Im umgekehrten Fall gelte dies in gleicher Weise.

Ein Thema gerade an den Feiertagen: Aktuell darf weder in Kirchen noch im Freien gesungen werden. Nur Chorgruppen mit bis zu acht Personen sind den Angaben nach zur musikalischen Gestaltung der Gottesdienste zugelassen. «Sollte es an Weihnachten möglich sein, zumindest im Freien singen zu dürfen, so haben wir unsere Gemeinden gebeten zu prüfen, ob Gottesdienste im Freien möglich sind», teilte der Sprecher in Rottenburg mit. Dabei könnten alternative, kürzere Gottesdienstformen gewählt werden wie das Singen von Advents- und Weihnachtsliedern mit geistlichen Impulsen und Gebeten. Bei Gottesdiensten im Freien gilt eine Obergrenze von 500 Teilnehmern.

Die Landeskirche in Württemberg und die Erzdiözese Freiburg sammeln auf ihren Internetseiten schon jede Menge Ideen, wie Gläubige auch in der Vorweihnachtszeit coronakonform kreativ werden können. So lädt das Erzbistum zum digitalen Chorprojekt «O du fröhliche», bei dem jeder ein Gesangsvideo beisteuern kann, das in eine Collage einfließen soll. Gemeinden können einen Bastelbogen mit zwei Engeln bestellen. Einer soll an die Krippe daheim gestellt werden, der zweite an den Feiertagen auf Reise gehen - als Geschenk an einen anderen Menschen. In Sozialen Netzwerken sollen Fotos der Engel versehen mit dem Hashtag #weihnachten2020 gepostet werden, hieß es.

Im Ideenpool der Landeskirche in Württemberg werden unter anderem ein Whatsapp-Adventskalender, eine begehbare Krippenlandschaft und Deko-Tipps vorgeschlagen. In Möglingen (Landkreis Ludwigsburg) dreht Marie Ebert ein mit einer Freundin selbst geschriebenes Weihnachtsspiel in corona-geprägter Fassung. So hätten die Herbergen aufgrund der Hygieneregeln kein freies Zimmer für Maria und Josef, sagte sie. «Und der Engel tritt mit 1,50 Meter Sicherheitsabstand zu den Hirten.» Die mitspielenden Kinder müssten Masken tragen. «Das wollten wir in das Stück einbauen, dann sieht es nicht gewollt aus.»

Das Christentum hat in Baden-Württemberg nach wie vor eine große Bedeutung, auch wenn die Mitgliederzahlen der Kirchen seit Jahren sinken: Ende 2019 gehörten noch etwa 3,58 Millionen Menschen im Land der katholischen Kirche an (2018: 3,64 Millionen). Die evangelische Landeskirche in Württemberg hatte Ende vergangenen Jahres rund 1,96 Millionen Mitglieder (2018: 1,99 Millionen). In Baden gibt es noch rund 1,12 Millionen Protestanten (2018: 1,14 Millionen).

(dpa/lsw)

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