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Corona-Hilfen fallen um 10 Milliarden höher aus als notwendig

14:15
29.11.2020
Die November- und Dezemberhilfen des Bundes werden nach Berechnungen des IW um zehn Milliarden höher ausfallen als notwendig. Wenn die Hilfen unverändert fortbestünden, erhielten manche von dem Teil-Lockdown betroffenen Betriebe nun mehr Geld als wenn sie geöffnet hätten.

Die November- und Dezemberhilfen des Bundes werden Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln zufolge um zehn Milliarden höher ausfallen als notwendig. Sofern die Hilfen unverändert fortbestehen, erhalten manche von dem Teil-Lockdown betroffenen Betriebe nun mehr Geld als wenn sie geöffnet hätten, wie IW-Steuerökonom Tobias Hentze am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur sagte. Das gelte aber keinesfalls für alle Unternehmen, sagte Hentze. «Es gibt natürlich auch Bereiche, die haben hohe Fixkosten - zum Beispiel Kinobetreiber.» Insgesamt habe die Bundesregierung eher großzügig als knapp kalkuliert. Zuvor hatte die «Welt am Sonntag» berichtet.

Firmen, die vom Teil-Lockdown betroffen sind, unterstützt der Bund mit den sogenannten November- und Dezemberhilfen - insgesamt sind dafür derzeit rund 30 Milliarden Euro veranschlagt.

Hentzes Schätzung zufolge hätten in der Summe zehn Milliarden Euro weniger ausgereicht. Der Hauptpunkt dabei seien die variablen Kosten, die für viele Betriebe nun nicht anfallen. «Die müssten eigentlich nicht erstattet werden», so Hentze. Im Gegensatz dazu stünden fixe Kosten wie etwa Pacht und Miete, die Unternehmen auch aufbringen müssten, wenn sie geschlossen sind. «Grundsätzlich würde ich sagen, wäre eine Orientierung an den Fixkosten sinnvoll gewesen», sagte Hentze. Dies jedoch sei ein deutlich größerer Aufwand. Die Bundesregierung habe sich für eine schnelle, nicht aufwendige Lösung entschieden, mit der kein Unternehmen in der Existenz bedroht werde.

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sagte der «Welt am Sonntag»: «Natürlich ist die Orientierung am Umsatz nicht hundertprozentig gerecht, aber kein Kriterium kann für absolute Gerechtigkeit in jedem Einzelfall sorgen.» Weiterhin deutete er an, dass die betroffenen Branchen über den Dezember hinaus nicht mit dieser Art von Hilfen rechnen können. «Damit ist keineswegs eine neue Automatik begründet. Wir werden uns Gedanken machen müssen, was wir machen, wenn wir längere weitreichende Beschränkungen brauchen», sagte er der Zeitung.

Deutliche Kritik kommt von der Opposition. «Wir brauchen Corona-Hilfen, die auch langfristig gerecht funktionieren und bei denen verantwortlich mit Steuergeldern umgegangen wird», sagte Claudia Müller, Mittelstandsbeauftragte der Grünen-Fraktion im Bundestag, der Zeitung. Es könne nicht sein, dass bei einigen viel zu viel und bei anderen, wie zum Beispiel Solo-Selbstständigen oder dem Einzelhandel, viel zu wenig ankomme.

(dpa)

Württembergische Handballer wollen ab Februar wieder spielen

10:53
29.11.2020
Der württembergische Amateurhandball will Anfang Februar wieder den Spielbetrieb aufnehmen und die derzeit unterbrochene Saison mit einem verkürzten Programm zu Ende spielen. Das beschlossen die Delegierten am Samstag beim virtuellen Verbandstag des Handballverbandes Württemberg (HVW) mit großer Mehrheit. Wegen der Corona-Krise hatte der HVW den Spielbetrieb von der fünften Liga abwärts Ende Oktober nach den ersten drei Spieltagen ausgesetzt.

Die Saison wird damit frühestens am Wochenende des 6./7. Februar mit dem vierten Rückrundenspieltag fortgesetzt, falls es die Lage bei den Corona-Infektionen zulässt, teilte der HVW mit. Anstelle der ersten drei Rückrundenspiele zählen die bereits ausgetragenen ersten drei Spieltage der Vorrunde. Die restlichen Hinrundenspiele werden gestrichen. Jede Partie einer Liga wird also nur einmal ausgetragen.

Beim 34. Verbandstag wurde zudem Präsident Hans Artschwager für weitere drei Jahre wiedergewählt. Er geht damit in seine fünfte Amtszeit. Artschwager kündigte an, danach nicht mehr zu kandidieren.

(dpa/lsw)

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