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Trump spricht im Weißen Haus - NBC unterbricht Übertragung

05:11
06.11.2020
Während Herausforderer Biden in den verbleibenden Auszählungen immer besser dasteht, stellte sich Amtsinhaber Trump bei einem Auftritt im Weißen Haus als ein Opfer von Wahlbetrug bei der Präsidentenwahl dar. Trump prangerte bei seinem Auftritt am Donnerstagabend (Ortszeit) ohne jegliche Belege eine Reihe angeblicher Manipulationen der Abstimmung vom Dienstag an. Dabei sieht er sich weiterhin und trotz noch laufender Auszählung in einer Reihe von Staaten als legitimer Sieger. „Wenn man die legalen Stimmen zählt, gewinne ich mit Leichtigkeit“, sagte Trump. „Wenn man die illegalen Stimmen zählt, dann können sie versuchen, uns die Wahl zu stehlen.“




Trump hat bislang keine Beweise für seine Behauptungen vorgelegt, dass es massiven Wahlbetrug gegeben habe. Außerdem gab es keine Anhaltspunkte dafür: Die Wahlbeobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa haben eigenen Aussagen zufolge „keinerlei Hinweise auf systemische Probleme finden können“.

Der Nachrichtensender NBC unterbrach Trumps Ansprache mit einer klaren Ansage, dass Trumps Aussagen zum Thema Wahlbetrug falsch und unbewiesen seien. "Er gibt sogar zu, dass es strategisch motiviert war, indem er sagt, dass er es vor der Wahl schon gesagt hat", erklärte NBC-Analist Chuck Todd.

Trump kritisierte weiter, dass vor der Wahl zu seinem Schaden wissentlich falsche Umfrageergebnisse veröffentlicht worden seien. Tatsächlich sahen viele Umfragen Herausforderer Joe Biden deutlich besser als es die bisherigen Ergebnisse tun.

Trump kündigte auch erneut an, sich massiv vor Gericht gegen eine Niederlage zu wehren. „Es wird eine Menge Klagen geben. Wir können nicht zulassen, dass eine Wahl auf diese Weise gestohlen wird“. Trumps Team hatte bereits in einigen Bundesstaaten Klagen gegen die Stimmauszählung eingereicht. In Michigan und Georgia wurden diese Beschwerden bereits abgewiesen.

Tom Rüdell