In den USA baut sich eine massive Corona-Welle auf. Der amtierende Präsident Donald Trump taucht unterdessen immer tiefer in Verschwörungstheorien zu seiner Wahlniederlage ab. Am Wochenende twitterte Trump über Gerüchte, wonach bei der Stimmauszählung verwendete Software anfällig für Hacker-Angriffe gewesen sei und für ihn abgegebene Stimmen seinem Herausforderer Joe Biden zugeschlagen habe. Behörden wiesen dies zurück. Wahlsieger Biden bereitete sich weiter auf die Amtsübernahme vor. Dazu gehört insbesondere der Kampf gegen die Pandemie. Termin für den Machtwechsel ist der 20. Januar.
Auch mehr als eine Woche nach Bekanntgabe von Bidens Erfolg weigerte sich Trump weiterhin, seine Niederlage einzuräumen. Er blockierte dem Biden-Lager den Zugang zur Regierungsinfrastruktur. Seine Anwälte reichten Klagen in mehreren Bundesstaaten ein, können jedoch keine überzeugenden Belege für die angeprangerte Wahlfälschung präsentieren. Allein am Freitag scheiterten diverse Klagen in Pennsylvania, Michigan und Arizona. Trump übertrug seinem Vertrauten Rudy Giuliani das juristische Kommando. Der einstige New Yorker Bürgermeister solle die rechtlichen Anstrengungen anführen, twitterte Trump in der Nacht zum Sonntag.
Der Präsident von den Republikanern behauptete im Wahlkampf immer wieder, dass die USA in der Corona-Krise bald über den Berg seien. Tatsächlich verschlimmert sich die Lage jedoch. Am Freitag gab es mit 177.224 Neuinfektionen binnen 24 Stunden einen Höchstwert, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität hervorgeht. Am Samstag wurden 166.555 Neuinfektionen registriert - erstmals seit mehreren Tagen ein Rückgang. Inzwischen ergreifen zunehmend auch republikanische Gouverneure striktere Maßnahmen wie Masken-Vorschriften - jüngst in North Dakota und West Virginia.