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20201025130752

Schülervertreter sieht Masken und Lüften im Unterricht kritisch

12:55
25.10.2020
Der Vorsitzende des baden-württembergischen Landesschülerbeirats, David Jung, sieht das Tragen von Mund-Nasen-Masken im Unterricht und das Lüften von Klassenräumen kritisch. «Manche Lehrer reden sehr leise, die versteht man hinter der Maske kaum», sagte der 18-Jährige der «Welt» (online Sonntag). Auch sei der Nutzen von Masken zweifelhaft, wenn sie den ganzen Tag getragen würden. Sie müssten gewechselt werden, wenn sie feucht sind. «Also müsste jeder Schüler theoretisch drei, vier Masken in die Schule mitbringen – was natürlich nicht passiert.»

Kritisch sieht Jung auch die Vorgabe, die Fenster alle 20 Minuten zu öffnen. Im Oktober gebe es zwar noch Tage, an denen man es mit offenem Fenster aushalten könne. «Mir ist aber auch aufgefallen, dass viele kränkeln, weil das Fenster offen ist.» Der Landesschülerbeirat schlug stattdessen die Anschaffung von Raumluftfiltern vor.

(dpa/lsw)

Kassenärzte-Chef: Müssen uns an das Virus gewöhnen

11:09
25.10.2020
Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, hat vor Verschiebungen von Arztterminen oder Operationen wegen der Corona-Krise gewarnt. «Die Ärzte sind für den Winter wesentlich besser gerüstet als zu Beginn der Pandemie. Es gibt für Patienten keinen Grund mehr, wie im März wegen Corona Krebsvorsorge-Termine oder wichtige Operationen zu verschieben», sagte er in einem Gespräch mit der «Bild am Sonntag», an dem auch der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach und die Hauptgeschäftsführerin des Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), Ingrid Hartges, teilnahmen.

Gassen sagte, es werde nicht ad hoc ein Impfstoff für 83 Millionen in Deutschland oder gar sieben Milliarden Menschen weltweit zur Verfügung stehen. Über die Jahre werde es zu einer zunehmenden Durchseuchung der Weltbevölkerung kommen. «Wir müssen uns an das Virus gewöhnen und dürfen dabei nicht vergessen, dass es neben Covid-19 auch noch andere Krankheiten gibt», so der KBV-Chef.

Lauterbach warnte dagegen, «wenn es uns in den kommenden zwei bis drei Wochen nicht gelingt, die persönlichen Kontakte zu beschränken, werden die Zahlen in wenigen Wochen so stark gestiegen sein, dass uns nur noch ein erneuter Lockdown bleibt.» Die beschlossenen Einschränkungen reichten nicht aus, um überfüllte Intensivstationen und einen deutlichen Anstieg der Todeszahlen im Dezember zu verhindern.

Gassen sprach von Alarmismus, der niemandem nutze. «Wir brauchen endlich ein Rendezvous mit der Realität. Es bringt nichts, die Farbskala immer weiter dunkelrot einzufärben und am Ende "50 Shades of Red" auszuweisen.» Alle seien darauf angewiesen, dass die Bürger eigenverantwortlich handelten und auf sich und andere achteten.

(dpa)

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