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20201022161525

BW-Sozialministerium: Derzeit kein Anlass für Shutdwon

12:05
22.10.2020
Das baden-württembergische Sozialministerium sieht derzeit keinen Anlass für einen landesweiten Shutdown. «Das Überschreiten der 50er-Grenze bei der 7-Tage-Inzidenz landesweit ist kein Grund für einen Shutdown. Die Fallzahlen allein können hierfür nicht den Ausschlag geben», sagte ein Ministeriumssprecher am Donnerstag. Er betonte jedoch auch: «Die Zahlen sind besorgniserregend. Wir sind mitten in der zweiten Welle. Jetzt kommt es darauf an, sie schnell zu brechen.» Mit der Corona-Verordnung seien am Samstag landesweit noch einmal schärfere Maßnahmen ergriffen worden. Ob das alles wirke, sehe man erst in ein bis zwei Wochen.

Mit Blick auf die bereits ergriffenen Maßnahmen sagte der Sprecher, es gebe aber auch Orte, wie etwa den Kreis Ravensburg, wo die Inzidenz derzeit eher niedrig sei. «Wir beobachten, dass einzelne Ausbrüche die Inzidenz schnell hoch treiben lassen. Doch landesweite Maßnahmen müssen auch im ganzen Land angemessen sein.»

Angesichts der steigenden Zahl an Neuinfektionen mit dem Coronavirus müssten nun die Bürger Verantwortung übernehmen. Das heiße konkret: Kontakte mindestens um die Hälfte reduzieren, auf nicht notwendige Reisen verzichten und die Abstands- und Hygieneregeln konsequent einhalten.

(dpa/lsw)

Landkreise wehren sich gegen Sperrstunden für die Gastronomie

12:04
22.10.2020
Der baden-württembergische Landkreistag zweifelt an den vorgeschriebenen Sperrstunden in Corona-Hotspots. Nach einem Erlass der Landesregierung muss ein Landkreis bei mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen eine Sperrstunde ab 23 Uhr für die Gastronomie per Allgemeinverfügung verhängen. Er habe Bedenken, ob man diese Maßnahme zu diesem Zeitpunkt rechtlich halten könne, betonte der Präsident des Landkreistags, Joachim Walter, am Donnerstag nach einer Landrätekonferenz mit Innenminister Thomas Strobl (CDU). Wenn man die Sperrstunden nun umsetze und vor Gericht damit scheitern sollte, dann stünde das Mittel vielleicht später nicht mehr zur Verfügung.

Das Sozialministerium teilte am Donnerstag mit, dass es auf die Einhaltung der Vorgaben achten werde. Weil sich einzelne Landräte weigerten, den Erlass umzusetzen, sagte Minister Manne Lucha (Grüne) einen weiteren Erlass zur Sperrstunden-Regelung zu, der «die Ansage des Landes noch unmissverständlicher zum Ausdruck bringen soll». Dieser werde derzeit erarbeitet und soll zeitnah versandt werden, hieß es am Donnerstag.

Innenminister Strobl ermahnte die Bevölkerung indes erneut zur Achtsamkeit. «Lieber einen Tag zu früh als eine Woche zu spät», sagte er mit Blick auf Einschränkungen. Er habe die Landräte ermutigt, die Dinge zu tun, die notwendig seien. Diese und nächste Woche werde entschieden, wie das Vorweihnachtsgeschäft ablaufen werde und ob man an Weihnachten seine Verwandten besuchen könne. Nun sei konsequentes und im Zweifel hartes Handeln geboten.

(dpa/lsw)

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