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20201107085216

Verpackungsflut durch Mitnehm-Angebote: Städte im Südwesten gewappnet

08:45
07.11.2020
Tonnenweise Becher, Plastikgabeln und Pappteller: Essen und Trinken zum Mitnehmen hat auch seine Schattenseiten. Doch im Teil-Lockdown können sich viele Restaurants und Cafés nur mit solchen Angeboten über Wasser halten. Schon im ersten Corona-Lockdown im Frühjahr bekamen die Städte im Südwesten das zu spüren. Für den aktuellen Teil-Lockdown fühlen sie sich deshalb gut gerüstet, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Extraschichten müssen die Müllabfuhren in der Regel noch nicht schieben.

In Heilbronn etwa hat man sich mit Extra-Containern an Hotspots geholfen. «Um gegen eine Anhäufung von Verpackungsmüll frühzeitig gewappnet zu sein, hat das Betriebsamt wieder zusätzliche mobile 240-Liter-Abfalltonnen aufgestellt», hieß es von der Stadt. Dies sei am Neckar und in der Fußgängerzone erfolgt, wo es erfahrungsgemäß den meisten Abfall gebe. «Außerdem sind zwei Abfall-Hotspots aus dem Frühjahr immer noch mit zusätzlichen Tonnen ausgestattet.»

Auch in Mannheim wurden schon im Rahmen des ersten Lockdowns zusätzliche Müllbehälter aufgestellt. Verstärkt gereinigt wird laut Stadt vor allem an Wochenenden. «Wie sich die Situation jetzt während der kalten Phase weiterentwickelt, bleibt abzuwarten», sagte ein Sprecher.

In der Landeshauptstadt Stuttgart spricht die zuständige Behörde von einer Zunahme an wilden Müllablagerungen. Die Müllabfuhr müsse auch hier deshalb verstärkt reinigen. «Dies bindet natürlich Personal, das eigentlich an anderer Stelle benötigt wird.»

In Freiburg wird nicht mit wesentlich mehr Abfall gerechnet. Auch am Bodensee in Konstanz sei die Lage noch entspannt. Bei besseren Wetteraussichten im Frühjahr sei das Müllaufkommen nicht größer gewesen als normal üblich, sagte eine Sprecherin der Konstanzer Entsorgungsbetriebe. «Darum sehen wir keinen Bedarf, im November mit mehr Fahrten oder Personal zu planen.». Die Lage werde aber natürlich aufmerksam beobachtet.

Um Müllberge durch Mitnehm-Angebote kleiner zu halten, forderte der Bund Naturschutz in Baden-Württemberg Restaurants und Cafés dazu auf, mehr Mehrwegverpackungen zu benutzen. Dies sei dringend notwendig, sagte Umweltreferent Fritz Mielert. Viele Restaurants würden aus vermeintlich hygienischen Gründen zu Einwegverpackungen greifen. Doch Mehrwegbehälter seien, richtig gereinigt, genauso hygienisch.

(dpa/lsw)

Corona-Einschränkungen treffen Thermen - Hilfe gefordert

08:45
07.11.2020
Dem Bäderland Baden-Württemberg droht aus Sicht des Heilbäderverbands der Abstieg. «Noch ist Baden-Württemberg mit seinen 56 höher prädikatisierten Heilbädern und Kurorten das Bäderland Nummer eins in Deutschland», betonte Verbandspräsident Fritz Link. Doch ohne massive finanzielle Unterstützung drohe ein Sterben der Standorte, darunter 35 mit Thermal- und Mineralbädern. Die Thermen verzeichnen laut Verband coronabedingte Umsatzverluste von insgesamt über 52 Millionen Euro. Mit jedem weiteren Monat Schließung sei mit jeweils mit 17 Millionen Euro Einbußen zu rechnen.

Damit seien die Kommunen als Besitzer der Thermen überfordert. Die von der Landesregierung zur Unterstützung der Mineral-/Thermalbäder vorgesehenen 15 Millionen Euro müssten unverzüglich fließen. Dies könne aber nur die erste Tranche sein, sagte Link. Unbedingt notwendig sei auch die Teilhabe der Thermen an Überbrückungshilfen des Bundes - andernfalls drohten Schließungen und langjährige Investitionsstaus.

Eine Befragung nach dem ersten Lockdown ergab, dass in der Hälfte der Thermen der Betrieb mittel- bis langfristig nicht gesichert ist. Vor der Corona-Krise verzeichneten sie durchschnittlich 720 000 Besucher pro Monat, davon 30 Prozent aus medizinisch-therapeutischem Anlass, 70 Prozent zur Entspannung und Erholung. Die Besucherzahlen hatten sich nach der ersten Schließung halbiert.

Auch die Hotellerie in den Erholungs- und Gesundheitsgemeinden leidet unter den Folgen der Pandemie: Sie verbucht von Januar bis August 2020 im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von 41,4 Prozent bei den Ankünften und von 33,6 Prozent bei den Übernachtungen. Im Jahr 2019 machten die Betriebe rund 3,5 Milliarden Euro Bruttoumsatz bei über 12,7 Millionen Übernachtungen.

(dpa/lsw)

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