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Merkel: Steuern auf akute Notlage in den Krankenhäusern zu

13:20
02.11.2020
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat angesichts der steigenden Zahlen der Corona-Infektionen und schwer Erkrankten vor einer «akuten Notlage» in den Krankenhäusern gewarnt. «Das ist exponentielles Wachstum, das uns mit zunehmender Geschwindigkeit auf eine akute Notlage in unseren Krankenhäusern zulaufen lässt», sagte die CDU-Politikerin nach der Sitzung des Corona-Kabinetts am Montag in Berlin. Man betrachte die Lage mit Sorge. Bei kälteren Temperaturen wie in den kommenden Monaten reagiere das Virus «anders und noch aggressiver».

(dpa)

Neue Corona-Regeln - Polizei setzt Spezialisten für Kommunikation ein

13:19
02.11.2020
Mit speziell ausgebildeten Beamten wirbt die Polizei in Mannheim und Heidelberg seit Montag für die Einhaltung der aktuellen Corona-Verordnung. Wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums in Mannheim sagte, gehören zu den Anti-Konflikt-Teams Frauen und Männer, die etwa bei Fußballspielen oder Demonstrationen im Einsatz sind, um Auseinandersetzungen zu verhindern.

Die mehr als ein Dutzend Beamten sind in kleinen Teams zusätzlich zu den Corona-Streifen in Fußgängerzonen und an belebten Plätzen unterwegs. «Wir wollen mit Bürgern ins Gespräch kommen - auch mit jenen, die etwa das Tragen von Masken ablehnen», fügte der Sprecher hinzu. Die erneuten Einschränkungen sorgten für eine gewisse Polarisierung in der Gesellschaft.

In ganz Deutschland hat am Montag ein vierwöchiger Teil-Lockdown begonnen, der die zweite Corona-Welle brechen soll. Zwar hätten sich in der Vergangenheit die meisten Menschen an die Regelungen zur Eindämmung der Pandemie gehalten. Man gehe aber dennoch davon aus, dass 10 bis 15 Prozent der Frauen und Männer zu locker mit Maskenpflicht und Abstandsregeln umgingen oder sich sogar vehement weigerten, die Vorgaben einzuhalten. In solchen Fällen wolle die Polizei konsequent handeln und ein solches Verhalten etwa mit Bußgeld sanktionieren. Die Situation sei aktuell zu ernst, um Nachlässigkeit zu tolerieren, betonte der Sprecher.

Bisher setzen die meisten Polizeipräsidien im Südwesten auf die Präsenz von Streifenpolizisten und Ordnungsämtern, um die seit Montag geltenden Regeln zu kontrollieren. Neben dem Präsidium in Mannheim setzt das Pendant in Konstanz seit Montag Präventionsbeamte ein, um die Akzeptanz in der Bevölkerung zu erhöhen. Dazu gehören beispielsweise Polizisten, die normalerweise Kindern die Verkehrsregeln in der Schule beibringen oder Senioren über die Tricks von Betrügern aufklären.

(dpa)

Curevac zufrieden mit ersten Tests des Corona-Impfstoffkandidaten

13:17
02.11.2020
Einen fertigen Impfstoff hat das Tübinger Biopharmaunternehmen Curevac noch nicht. Doch belegen Studien nach Auskunft der Experten, dass man auf dem richtigen Weg ist.

Nach mehrmonatigen Tests bescheinigt das Tübinger Biopharmaunternehmen Curevac seinem Corona-Impfstoffkandidaten eine gute Verträglichkeit. Die Daten der Phase eins seien sehr ermutigend, sagte Vorstandsvorsitzender Franz-Werner Haas am Montag in Tübingen. «Sie stellen einen entscheidenden Meilenstein in unserem Covid-19-Impfstoffprogramm dar und unterstützen nachdrücklich die Weiterentwicklung unseres Impfstoffkandidaten», erklärte Haas.

In der ersten klinischen Studie wurde der Impfstoffkandidat CVnCoV mit Dosisstärken zwischen zwei und zwölf Mikrogramm mehr als 250 Probanden im Alter zwischen 18 Jahren und 60 Jahren verabreicht. Es seien keine schwerwiegenden Nebenwirkungen beobachtet worden, sagte der Direktor des Instituts für Tropenmedizin der Universität Tübingen und Leiter der klinischen Phase eins, Peter Kremsner. Bei zwölf Mikrogramm traten etwa Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Muskelschmerzen und in geringerem Maße Fieber auf. «Alle berichteten Ereignisse waren vorübergehend und klangen schnell ab, in der Regel innerhalb von 24 bis 48 Stunden», erklärte Kremsner.

Mittlerweile läuft bereits die zweite Studie zur Prüfung des Impfstoffkandidaten - in Peru und Panama mit 690 gesunden Teilnehmern. Dann beginnt die globale klinische Studie mit bis zu 30 000 Teilnehmern - noch in diesem Jahr. Curevac plant, diese zulassungsrelevante Phase mit einer Dosis von zwölf Mikrogramm noch vor Jahresende zu starten. Der Wirkmechanismus von CVnCoV imitiert laut Curevac die natürliche Immunantwort auf die Infektion, die bei genesenen Covid-19-Patienten beobachtet wird.

Curevac wurde im Jahr 2000 aus der Universität Tübingen heraus gegründet und beschäftigt 500 Mitarbeiter. Das Unternehmen hatte nach der Mainzer Firma Biontec als zweites deutsches Unternehmen die Genehmigung für eine klinische Studie bekommen. Der Impfstoff basiert auf dem Botenmolekül mRNA und regt im Körper die Bildung eines Virus-Eiweißes an. Dies löst eine Immunreaktion aus, die den Menschen vor dem Virus schützen soll. Die Impfstoff-Studie war Mitte Juni angelaufen.

(dpa)

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