Letztes Update:
20201030143817

Weitere Anliegen auch ohne Praxisbesuch möglich

14:38
30.10.2020
Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen sollen ab diesem Montag weitere Sonderregeln gelten, damit Patienten für bestimmte Anliegen nicht extra in Praxen gehen müssen. Dies soll zunächst bis 31. Januar 2021 befristet sein, wie der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Krankenkassen und Kliniken am Freitag beschloss. So sollen etwa bei Logopäden Behandlungen auch per Video stattfinden können, wenn es therapeutisch möglich ist und Patienten einverstanden sind. Folgeverordnungen für häusliche Krankenpflege, Hilfs- und Heilmittel sollen nach Telefon-Rücksprache zu haben sein.

Auch Verordnungen von Krankentransporten und Krankenfahrten sollen telefonisch möglich sein. Erleichterungen sind auch bei Fristen von Verordnungen vorgesehen. Bereits möglich ist es wieder, sich bei leichten Erkältungsbeschwerden nach telefonischer Rücksprache mit dem Arzt krankschreiben zu lassen - zunächst für sieben Tage. Dies kann telefonisch für weitere sieben Kalendertage verlängert werden.

Der Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses, Josef Hecken, sagte, Gebot der Stunde sei, unnötige Kontakte zu vermeiden. Es gelte, das Infektionsrisiko zu verringern, ohne dass kranke Menschen auf wichtige Behandlungen verzichten müssten. Weder der Weg in eine Praxis noch der Aufenthalt dort solle zur Gefahr werden.

(dpa)

Steinmeier ruft zu Geduld und neuer Anstrengung in Pandemie auf

14:30
30.10.2020
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Menschen in Deutschland angesichts der stark steigenden Corona-Zahlen zu einer erneuten gemeinsamen Anstrengung wie im Frühjahr aufgerufen. Der Teil-Lockdown im November sei zwar eine Belastung und bedeute, nochmals Verzicht leisten zu müssen, sagte Steinmeier am Freitag nach einem Besuch im Gesundheitsamt Berlin-Reinickendorf. «Trotzdem rate ich uns allen dazu, nicht zu resignieren und vor allen Dingen nicht die Geduld zu verlieren.»

Nach dem Beschluss von Bund und Ländern soll vom kommenden Montag an das öffentliche Leben in Deutschland stark heruntergefahren werden, um die zweite Corona-Welle zu brechen. Vor allem Einrichtungen im Freizeitbereich werden weitgehend geschlossen. Das reicht von Restaurants über Hotels bis hin zu Kinos und Opernhäusern.

Steinmeier betonte: «Corona ist mit neuer Wucht nach Europa zurückgekehrt. Was wir alle hatten verhindern wollen, ist Realität geworden.» Bei den Infektionszahlen gebe es jeden Tag neue Höchstwerte. «Das kann man nicht so laufen lassen.» Deshalb seien die neuen Maßnahmen zum richtigen Zeitpunkt beschlossen worden. «Wir sind jetzt in einer Situation, in der Handeln notwendig ist. Und Handeln heißt, den Trend wieder zu brechen.»

«Wir sollten gemeinsam der Meinung sein, dass diese gemeinsame Anstrengung noch einmal notwendig ist, um Schlimmeres zu verhüten», sagte Steinmeier. «Wir können doch eigentlich darauf bauen, dass wir im Frühjahr gemeinsam die Erfahrung gemacht haben, dass wir auch eine schwierige Situation durch gemeinsames Handeln überwinden können.»

Eigentlich sei man heute besser dran als im Frühjahr, sagte der Bundespräsident. So sei das Wissen über das Virus inzwischen größer geworden. Die Behandlungsmöglichkeiten hätten sich durch mehr Erfahrung von Ärzten und Pflegepersonal verbessert. Und es sei eher die Frage, wann ein Impfstoff kommen werde und nicht mehr ob.

Steinmeier dankte den Mitarbeitern der Gesundheitsämter für die aufreibende Arbeit, die sie seit Monaten leisteten. «Das ist ein hoher Einsatz, den wir hier sehen.» Er habe in seinem Gespräch mit Mitarbeitern «nicht die Spur von Resignation» erlebt, sondern den «Willen, die Dinge auch wieder zum Besseren zu wenden». In den Dank schloss Steinmeier ausdrücklich auch die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr ein, «die hier großartige Unterstützung leisten».

(dpa)

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