Letztes Update:
20200922114653

2 (weitere) Fragen an die Nationale Kontaktstelle für das Sendai Rahmenwerk

08:00
22.09.2020
Welche Bedeutung hat die Fachtagung Katastrophenvorsorge in der Umsetzung des Sendai Rahmenwerks?

Das Sendai Rahmenwerk für Katastrophenvorsorge unterstreicht die Notwendigkeit einer akteurs- und ebenenübergreifenden Zusammenarbeit in der Reduzierung von Risiken und in der Bewältigung von Katastrophen. Die Fachtagung Katastrophenvorsorge trägt in erheblichem Maße zu diesem Prozess bei. Hier wird unterschiedlichsten Akteuren der nationalen und internationalen Katastrophenvorsorge ermöglicht, sich zu vernetzen, über aktuelle Entwicklungen, Ansätze und Maßnahmen auszutauschen. Gleichzeitig bietet die Fachtagung eine Plattform, sich an einer zukunftsorientierten Weiterentwicklung und Optimierung bestehender Maßnahmen im Katastrophenrisikomanagement zu beteiligen und somit im sektorübergreifenden Umsetzungsprozess des Sendai Rahmenwerks beizutragen.

Was ist die Interministerielle Arbeitsgruppe zur Umsetzung des Sendai Rahmenwerks?

In Deutschland steuert eine Interministerielle Arbeitsgruppe die Umsetzung des Sendai Rahmenwerks. Diese besteht aus dem Auswärtigen Amt (AA), den Bundesministerien des Innern, für Bau und Heimat (BMI), für Gesundheit (BMG), für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) und für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie ausgewählten nachgeordneten Behörden bzw. Organisationen. Dazu zählen das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), das Umweltbundesamt (UBA), Deutsches Rotes Kreuz (DRK) und die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Die Interministerielle Arbeitsgruppe zur Umsetzung des Sendai Rahmenwerks verbindet damit Kompetenzen in der Katastrophenvorsorge, -bewältigung und -nachsorge, dem gesundheitlichen Bevölkerungsschutz sowie in der Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels.

Stefan Scholz

2 Fragen an die Nationale Kontaktstelle für das Sendai Rahmenwerk

12:47
21.09.2020
Was ist das Sendai Rahmenwerk für Katastrophenvorsorge?

Das Sendai Rahmenwerk für Katastrophenvorsorge 2015-2030 wurde auf der Dritten Weltkonferenz der Vereinten Nationen über die Verringerung des Katastrophenrisikos verabschiedet, die vom 14. bis 18. März 2015 in Sendai, Präfektur Miyagi (Japan), abgehalten wurde. Durch die Umsetzung des Sendai Rahmenwerks für Katastrophenvorsorge der Vereinten Nationen wollen Staaten die Auswirkungen von Katastrophen weltweit bis zum Jahr 2030 substantiell verringern. Ziel ist es, bestehende Risiken und Vulnerabilitäten zu reduzieren, neue Katastrophenrisiken zu verhindern und die Resilienz der Bevölkerung gegenüber natürlichen oder vom Menschen verursachten Gefahren zu stärken. 

Die sieben globalen Zielsetzungen als auch die vier Handlungsprioritäten finden sich auf der zusammenfassenden Seite des Sendai Rahmenwerks.

Was ist die Nationale Kontaktstelle für das Sendai Rahmenwerk?

Für die Koordinierung und fachliche Unterstützung in der Umsetzung des Sendai Rahmenwerks wurde im November 2017 eine Nationale Kontaktstelle (NKS) beim BBK eingerichtet. Die NKS ist primärer Ansprechpartner in Deutschland für Belange, die das Sendai Rahmenwerk betreffen.
Die NKS verfolgt drei wesentliche Meilensteine auf dem Weg zur Umsetzung des Sendai Rahmenwerks in Deutschland:

  1. Die Entwicklung einer Nationalen Strategie zur Stärkung der Resilienz gegenüber Katastrophen (kurz: Resilienz-Strategie) 
    Die Zielsetzungen, Leitlinien und Handlungsprioritäten des Sendai Rahmenwerks geben eine strategische Richtung für die Umsetzung vor. In Form einer Resilienz-Strategie sollen diese in nationale Empfehlungen und Maßnahmen für den deutschen Kontext übertragen werden. Diese Strategie befindet sich zurzeit noch in der Abstimmung innerhalb der IMAG Sendai. In Konsultation und Abstimmung mit weiteren Bundesressorts und Akteuren soll diese Strategie bis 2021 fertiggestellt werden. Die Resilienz-Strategie baut auf existierenden Strategien auf, verweist auf und verknüpft bestehende Prozesse und ergänzt diese wo angemessen mit neuen innovativen Ansätzen. 

  2. die Weiterentwicklung einer Nationalen Plattform  
    Eine solche Nationale Plattform soll es Akteuren im Katastrophenrisikomanagement ermöglichen, sich zu vernetzen und sich im Umsetzungsprozess des Sendai Rahmenwerks einzubringen. In Deutschland bildet die IMAG Sendai derzeit den institutionellen Kern dieser Plattform. Im Sinne eines „Zusammenschluss von Netzwerken“ soll die systematische Zusammenarbeit verschiedener Akteure und Handlungsebenen dynamisch, themen- und bedarfsbezogen aufgebaut werden 

  3. die Sicherstellung des Berichtswesens an die Vereinten Nationen. 
    Die Berichterstattung an die Vereinten Nationen sieht vor, die Fortschritte zur Erreichung der Zielsetzungen des Sendai Rahmenwerks in Form von 38 Indikatoren zu messen. Die Berichterstattung findet im zweijährigen Rhythmus über das Sendai Monitoring System statt und ist für die Öffentlichkeit je-derzeit einsehbar.