Vereinspolitisch geht es weiterhin drunter und drüber in Bad Cannstatt. Während der Datenskandal aufgrund einer Veröffentlichung des Magazins "Spiegel" vom vergangenen Freitag eine weitere Eskalationsstufe erreicht hat, weswegen sich der Club am späten Samstagabend zu einer nicht näher bestimmten Verantwortlichen zuordnungsbaren "Klarstellung" genötigt sah, halten die Ultragruppen den Druck auf die AG-Verantwortlichen und die Vereinsgremien unverändert hoch.
Bereits am Freitagabend veröffentlichte die Gruppierung "Schwabensturm 02"ein Statement über ihre Kanäle, wonach sie erneut eine Verlegung der bisher auf den 18. März geplanten Mitgliederversammlung fordern. Dieser Forderung hatten sich zuletzt über 140 offizielle Fanclubs und Gruppen angeschlossen. "Eine Vielzahl von Argumenten sprechen klar für eine Verschiebung. Keines dieser Argumente wurde in der Zwischenzeit aus unserer Sicht sinnvoll und erklärbar durch einen Vertreter des VfB Stuttgart entkräftet", heißt es in dem Statement.
Forderung: Vogt muss zu Wahl stehen
Zudem fordert die Gruppierung, dass der amtierende Präsident Claus Vogt unbedingt zur Wahl stehen müsse. "Losgelöst von jeder personellen Sympathie und unabhängig von der Terminierung ist es aus unserer Sicht und auch im Hinblick auf die derzeitige Berichterstattung zur Datenaffäre undenkbar, dass der amtierende Präsident durch den Vereinsbeirat nicht zur Wahl aufgestellt wird. Die letztendliche Entscheidung über dessen weiteren Verbleib im Amt würde ansonsten der Mitgliedschaft entzogen. Ein Schritt, der so nicht akzeptabel wäre", heißt es weiter.
Bislang ist Vogt einer von noch zwei Bewerbern um das Amt, ein Wahlvorschlag muss vom sogenannten Vereinsbeirat ausgesprochen werden, bisher ist dies nicht passiert. Eine Einladung an die Mitgliederschaft für die Versammlung müsste, so sie fristgerecht ausgesprochen und man am 18. März festhalten würde, an diesem Mittwoch (10. Februar) erfolgen.
An diesem Sonntagmorgen bezogen nun alle Ultragruppen gemeinsam Stellung. Mit einer Aktion vor der Geschäftsstelle in Bad Cannstatt. "Kein VfB mit euch Betrügern" ist auf einem Spruchband zu lesen, unterzeichnet von den Gruppen "Commando Cannstatt", "Schwabensturm 02", "Schwaben Kompanie", "Südbande" und "Crew 36".
"Wir schauen nicht länger zu, wie mit einem inszenierten Machtkampf vom Grundproblem des VfB abgelenkt werden soll. Jahre voller Unfähigkeit, Dilettantismus, Vetterleswirtschaft und Mauschelei sollten um jeden Preis vertuscht werden. Dafür wurde bereitwillig jede Eskalation in Kauf genommen und zu viele vermeintliche und tatsächliche Grenzen überschritten" heißt es in einer die Aktion begleitende Mitteilung.