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20201117163103

Blick in die Nachbar-Bundesländer

19:10
15.07.2020
Die Infektionsdynamik der Corona-Pandemie ist in Rheinland-Pfalz (4,09 Millionen Einwohner) aktuell etwas höher als im deutschlandweiten Durchschnitt. Nach Erhebungen des Robert Koch-Instituts (RKI) ergibt sich eine Reproduktionszahl von 1,32 für Rheinland-Pfalz, verglichen mit 0,91 im Bund, wie das Gesundheitsministerium in Mainz heute mitteilte. Ein R-Wert von 1 bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt.

Schwankungen der Reproduktionszahl um einen Wert von 1 seien zu erwarten in einer Situation, in der sich das Infektionsgeschehen auf einem relativ niedrigen Niveau einpendele, es aber weiter lokale Infektionsschwerpunkte gebe, erklärte das Ministerium. Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen stieg bis Mittwoch um 23 auf 7232.

Im Saarland (knapp 1 Mio. Einwohner) ist die Zahl der mit dem Corona-Virus infizierten Menschen heute im Vergleich zum Vortag um zwei Fälle auf insgesamt 2.789 bestätigte Fälle gestiegen (Stand 17.00 Uhr). Das teilte das Sozialministerium in Saarbrücken mit. Die Zahl der bestätigten Todesfälle lag weiterhin bei 174.

Von den positiv bestätigten Fällen seit dem ersten Auftreten des Virus im Saarland gelten insgesamt 2592 Menschen inzwischen als geheilt. Von den mit dem Virus Infizierten werden aktuell sechs Patienten stationär behandelt – drei von ihnen intensivmedizinisch. Basis der Daten sind die Zahlen der Kreisgesundheitsämter für das Landesministerium.

Jörg Tschürtz

Lenert kämpft für Aufhebung der Risikoeinstufung

17:34
15.07.2020
Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) bedauert, dass Deutschland das Großherzogtum als Corona-Risikogebiet eingestuft hat. „Luxemburg hat in der EU bei weitem die höchste Pro-Kopf-Zahl verdachtsunabhängiger Testungen auf eine Infektion mit dem Coronavirus“, teilte sie am Mittwoch in einer gemeinsamen Erklärung mit der rheinland-pfälzischen Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) mit.

Luxemburg habe „ein hervorragend funktionierendes System der Kontaktnachverfolgung“, das eine frühzeitige Erkennung und Isolierung von Kranken und Krankheitsverdächtigen sicherstelle. Durch die enge Zusammenarbeit mit den rheinland-pfälzischen Behörden sei es möglich, ein hohes Schutzniveau gegen die Weiterverbreitung des Virus zu erreichen. „Dies sollte erlauben, die jetzt erfolgte Risikoeinstufung durch den Bund schnellstmöglich wieder aufzuheben“, betonte Lenert.

Das Auswärtige Amt warnt wegen der hohen Infektionszahlen vor „nicht notwendigen, insbesondere touristischen Reisen“ nach Luxemburg.

Bätzing-Lichtenthäler teilte mit, sie sehe keinen Grund für Grenzkontrollen zwischen beiden Ländern. Für die Rechtslage in Rheinland-Pfalz mache es keinen Unterschied, ob ein Risikogebiet in Deutschland liege oder ein anderer Staat der EU betroffen sei. Wer aktuell aus Luxemburg einreise, müsse sich grundsätzlich zunächst in Quarantäne begeben und das örtliche Gesundheitsamt informieren.

Die Quarantäneanordnung gelte aber nicht für Berufspendler, Einreisen aus medizinischen Gründen oder bei einem sonstigen triftigen Reisegrund - zum Beispiel Prüfungen an der Universität. Für Menschen mit Wohnsitz in Rheinland-Pfalz gelte die Quarantäneanordnung nicht, wenn der Aufenthalt in Luxemburg weniger als 72 Stunden gedauert habe. „Es gibt eine weitere wichtige Ausnahme“, betonte Bätzing-Lichtenthäler. „Wer einen negativen Coronatest hat, der nicht älter als 48 Stunden ist, muss nicht in Quarantäne.“

Jörg Tschürtz