Premierminister Xavier Bettel hat am Samstag unterstrichen, einen zweiten "Lockdown" in Luxemburg verhindern zu wollen. "Ein kompletter Lockdown ist politisch das Letzte, was ich machen will", sagte Bettel bei "RTL Radio Lëtzebuerg".
Zwar sei der jüngste Anstieg bei den Neuinfektionen besorgniserregend. Allerdings lägen derzeit auch nur vier Personen wegen einer Covid-19-Erkrankung auf der Intensivstation. Dies hänge damit zusammen, dass derzeit vor allem jüngere Menschen von einer Infektion betroffen sind, die weniger Komplikationen als ältere entwickeln.
Die Krankenhäuser seien bei weitem nicht überlastet, auch die Kontaktnachverfolgung der Santé könne trotz hoher Zahlen nach wie vor gewährleistet werden. Luxemburg sei heute, was Personal und Material betrifft, besser auf die Pandemie eingestellt als noch im Frühjahr. In der Hauptstadt und in Esch/Alzette stünden weitere Aufnahmestrukturen für Covid-Patienten bereit. Einer allgemeinen Maskenpflicht in der Öffentlichkeit, wie von der CSV gefordert, erteilte Bettel eine Absage. Man wolle bei den Corona-Maßnahmen eine gewisse Linie beibehalten und diese nicht alle paar Wochen ändern.
Der DP-Politiker wollte einer außerordentlichen Sitzung des Regierungsrats heute Nachmittag (ab 17 Uhr) nicht vorgreifen. Dort werde die derzeitige Corona-Situation gemeinsam mit Experten analysiert. Mögliche neue Restriktionen würden danach bei einer Pressekonferenz bekannt gegeben. Bettel ließ aber durchblicken, dass womöglich im Privatbereich neue Einschränkungen kommen werden. Die meisten der jüngsten Neuinfektionen seien auf Kontakte bei privaten oder betrieblichen Feiern oder Soirees zurückzuführen, meinte der Premier. Es gebe eine geringe Zahl von Menschen, die meinten, dass sie sich nicht an die Regeln halten müssten. "Es ist eine gewisse Laxheit (relâchement) festzustellen."
Neuerliche Schulschließungen schloss er aus: "Ich habe keine Zahlen, die Anlass geben würden, um Schulen zu schließen."