Manche Branchen leiden ganz besonders unter den Auswirkungen der Corona-Krise. Dazu gehört beispielsweise die Unterhaltungsindustrie. Wegen der Corona-Pandemie schließt jetzt die große Kinokette Cineworld vorübergehend ihre Häuser in Großbritannien und den USA. Davon sind bis zu 45.000 Beschäftigte betroffen, teilte das Unternehmen mit.
In beiden Ländern, den größten Märkten der Kinokette, stellen demnach weit mehr als 600 Spielstätten vorerst ihren Betrieb ein - 536 in den USA und 127 in Großbritannien.
Die Kinobranche hatte zuletzt große Hoffnungen auf den neuen James-Bond-Film "No Time to Die" gesetzt, dessen Start aber erneut verschoben wurde. Statt noch 2020 soll der Film nun erst im Frühjahr 2021 auf die Leinwand kommen. Für die Kinos, die dringend höhere Besucherzahlen benötigen, ist das ein Desaster. Cineworld ist in insgesamt zehn Ländern vertreten und hatte zuletzt Halbjahresverluste in Höhe von umgerechnet rund 1,5 Milliarden Euro gemeldet.
Indes will Mitbewerber Kinepolis, der auch in Luxemburg Kinos betreibt, laut Nachrichtenagentur Reuters keine Kinosäle schließen. "Wir ziehen nicht in Erwägung, unsere Kinos wieder zu schließen", sagte Anneleen Van Troos, die Leiterin der Unternehmenskommunikation von Kinepolis. Kunden seien durchaus bereit, wegen Neuerscheinungen wie "Tenet" wieder zurückzukommen. Die Auslastung liege im Vergleich mit "Normalzeiten" derzeit bei 35 bis 50 Prozent.
Kinepolis unterhält insgesamt 110 Kinos in Europa, den USA und Kanada.