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Appell an UN: Wegen Pandemie stärker gegen Hunger und Armut vorgehen

10:52
20.09.2020
Die Corona-Pandemie verschlechtert Hilfsorganisationen zufolge die weltweite Ernährungslage. Die Kinderhilfsorganisation World Vision fordert deswegen die Vereinten Nationen auf, stärker gegen Hunger, Armut und Ungleichheit vorzugehen. Aktuell leiden demnach weltweit 820 Millionen Menschen an Hunger. Jedes siebte Kind unter fünf Jahren sei untergewichtig.  „Die Pandemie wird besonders Länder im globalen Süden hart treffen“, sagte World Vision voraus. „Immer mehr Menschen verlieren Einkommensmöglichkeiten.“ 

Das Ziel, dem vermeidbaren Sterben von Kindern endlich ein Ende zu setzen, werde weit verfehlt, beklagte Marwin Meier von World Vision Deutschland. 5,2 Millionen Kinder seien allein 2019 vor ihrem fünften Lebensjahr an den Folgen von Hunger, Lungenentzündungen, Komplikationen bei der Geburt, Durchfallerkrankungen und Malaria gestorben. „Pausierte Impf-Kampagnen, überlastete Gesundheitssysteme und unterbrochene Kinderernährungsprogramme gefährden den bisher so hart erkämpften Fortschritt“, sagte Meier. „Wieder einmal trifft es die Schwächsten der Menschheit am härtesten.“

Die Coronavirus-Pandemie hat dem UN-Kinderhilfswerk Unicef zufolge 150 Millionen Kinder zusätzlich in die Armut gestürzt. Seit Ausbruch der Atemwegserkrankung sei die Zahl der in Ländern mit geringen oder mittleren Durchschnittseinkommen und in Armut lebenden Kinder um 15 Prozent auf etwa 1,2 Milliarden gestiegen, heißt es.

Sarah Cames