Letztes Update:
20201117163103

110 Neuinfektionen in Luxemburg

15:17
16.09.2020
Seit Dienstag wurden in Luxemburg 110 Neuinfektionen mit dem Corona-Virus festgestellt. Zuletzt gab es am 28. Juli einen dreistelligen Wert bei den täglichen Neuinfektionen.

46 der 110 neuen Corona-Fälle wurden aufgrund einer ärztlichen Verschreibung getestet, 44 im Rahmen des Contact Tracing. 
Insgesamt 10.143 Tests wurden laut Angaben der Santé am Dienstag durchgeführt. 

22 Covid-19-Patienten befinden sich derzeit im Krankenhaus, das sind drei mehr als noch am Vortag. Die Anzahl der Todesfälle, die mit dem Corona-Virus in Verbindung gebracht werden, bleibt bei 124. Seit Beginn der Pandemie wurden 7.394 Einwohner positiv auf das Corona-Virus getestet.

Die Reproduktionszahl liegt bei 1,07. Der Anteil an positiven Tests betrug am Dienstag 1,08 Prozent. Derzeit gelten 677 Einwohner als infiziert.

Jörg Tschürtz

Wissenschaftler kritisieren russische Studie zu Corona-Impfstoff

14:52
16.09.2020
Nach der Veröffentlichung einer Studie zu dem neuen russischen Corona-Impfstoff mit dem Namen „Sputnik V“ im medizinischen Fachblatt „The Lancet“ hagelt es international Kritik von Forschern. Wegen der vielen Fragen hat die Zeitschrift nun die Autoren der russischen Impfstudie zu einer Stellungnahme aufgerufen. Sie seien eingeladen worden, auf offene Fragen zu antworten, sagte eine Sprecherin der Fachzeitschrift am Mittwoch. „Wir verfolgen die Situation weiterhin genau.“

Hintergrund ist ein offener Brief von rund 40 internationalen Wissenschaftlern. Sie äußern darin erhebliche Zweifel an der Studie. Nach ihrer Ansicht wirft „die Darstellung der Daten einige Bedenken auf“. Die Forscher um den Molekularbiologen Enrico Bucci fordern von Moskau den Zugriff auf die Originaldaten für eine vollständige Untersuchung. Die Erwartungen der Bevölkerung an einem wirksamen Impfstoff seien verständlicherweise hoch, hieß es zur Begründung.

Das in Russland entwickelte Serum gegen das Corona-Virus war das weltweit erste, das für eine breite Anwendung in der Bevölkerung zugelassen wurde. Bereits nach der Freigabe Mitte August gab es international Kritik, weil sie vor Abschluss wichtiger Tests erfolgte. Das russische Team hatte seine Studie über das Vakzin zu Monatsbeginn in dem Fachblatt „The Lancet“ veröffentlicht.  

„Die Daten enthalten sehr seltsame Muster“, sagte Bucci dem Portal „Moscow Times“. Er verwies zum Beispiel auf Ergebnisse, die die Bildung von Antikörpern beschreiben. Dabei gebe es gleiche Werte für verschiedene Gruppen von Patienten. So viele Duplikate seien höchst unwahrscheinlich, sagte er. „Es ist so, als würde man einen Würfel werfen und mehrmals genau dieselbe Zahlenfolge erhalten.“

Die russische Staatsagentur Tass meldete, dass die Entwickler des Impfstoffes in Moskau bereits Antworten auf Fragen an das Blatt geschickt hätten, die „für ihre westlichen Kollegen von Interesse waren“. Nach russischer Darstellung erzeugt der Impfstoff Antikörper. Er sei auch frei von schwerwiegenden Nebenwirkungen. Kremlchef Wladimir Putin sagte, auch seine Tochter habe sich impfen lassen.

Jörg Tschürtz