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WHO: Sorgen der jungen Generation ernst nehmen

09:06
15.09.2020
Das Europa-Büro der Weltgesundheitsorganisation WHO mahnt an, die Sorgen und Nöte junger Menschen in der Corona-Krise ernstzunehmen. Man müsse sich klarmachen, dass Jugendliche wegen der Coronavirus-Pandemie einen Sommer und ein fantastisches Jahr ihres Lebens verpassten, sagte WHO-Regionaldirektor Hans Kluge am Dienstag in Kopenhagen. „Viele junge Leute haben das Gefühl, dass die Pandemie für sie mit einem geringen Risiko und hohen Kosten kommt.“ Für den daraus entstehenden Frust müsse Verständnis aufgebracht werden.

Zugleich müsse gemeinsam mit der jungen Generation nach Lösungswegen gesucht werden, ohne Verbote auszusprechen, sagte Kluge. „Wir dürfen nicht sagen: Tut dies nicht, tut das nicht.“ Vielmehr müsse man neue Wege finden, wie soziale Kontakte auf sichere Weise gepflegt werden könnten. „Sozialer Umgang ist so wichtig, um Einsamkeit zu verhindern.“ Das Gefühl des Alleinseins sei bereits vor der Corona-Pandemie eine der größten Sorgen der Jüngeren gewesen.

Vor dem Winter mit einer sich voraussichtlich wieder etwas verschlechternden Corona-Lage gehe es letztlich generell auch darum, den Sorgen der Menschen zu begegnen und die Gesundheit gleichzeitig weit oben auf die politische Agenda zu setzen, sagte Kluge weiter. „Wir müssen eine Covid-Müdigkeit vermeiden.“

Jörg Tschürtz

Corona-Zahlen klettern in Israel erneut auf Rekordwert

09:04
15.09.2020
Wenige Tage vor einem Lockdown ist in Israel die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Corona-Virus erneut auf einen Rekordwert gestiegen. Sie lag nur noch knapp unter der Marke von 5.000 Fällen. Das Gesundheitsministerium teilte am Dienstag mit, dass am Vortag 4.973 Infektionen registriert worden seien. Der bisherige Rekordwert aus der vergangenen Woche lag bei 4149.

Die Pandemie war in Israel zunächst glimpflich verlaufen, auch wegen eines strikten Kurses der Regierung. Nach raschen Lockerungen im Mai schnellten die Fallzahlen jedoch in die Höhe. Angesichts der Lage beschloss die israelische Regierung am Sonntag einen zweiten landesweiten Lockdown. Er soll vor jüdischen Feiertagen am Freitagnachmittag in Kraft treten und zunächst drei Wochen andauern.

Schulen und Kindergärten sollen dann geschlossen werden. Menschen dürfen sich außer in Ausnahmefällen nur bis zu 500 Meter von ihrem Zuhause entfernen. Lebensmitteleinkäufe und Arztbesuche sind weiter erlaubt. Es gab großen Widerstand gegen neue Beschränkungen, denn die Krise hat der Wirtschaft des Landes bereits schwer zugesetzt. Die Arbeitslosigkeit lag im Sommer bei mehr als 20 Prozent.

Der Erreger Sars-CoV-2 ist seit Beginn der Pandemie bei 162.273 Menschen in Israel nachgewiesen worden. 1.141 Menschen sind nach einer Corona-Infektion gestorben. 1.102 Corona-Patienten werden gegenwärtig im Krankenhaus behandelt, etwa die Hälfte von ihnen sind Schwerkranke. Das Land hat rund neun Millionen Einwohner.

Jörg Tschürtz