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Zahl der Corona-Neuinfektionen in Tunesien steigt auf Rekordhoch

20:35
10.09.2020
Die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen ist in Tunesien auf ein Rekordhoch gestiegen. Das Gesundheitsministerium in Tunis meldete am Donnerstag 465 neue Fälle an einem Tag. Drei weitere Menschen seien in Zusammenhang mit dem Virus gestorben. Die Entwicklung hatte Besorgnis insbesondere mit Blick auf die für nächste Woche geplante Rückkehr der Schüler in die Schulen erregt.

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen war in den vergangenen Wochen in Tunesien stetig gestiegen. Im März hatte das nordafrikanische Land als Maßnahme gegen eine Ausbreitung des Coronavirus strikte Ausgangssperren verhängt, die Grenzen geschlossen und internationale Flüge ausgesetzt. Mit der Lockerung der Maßnahmen und der Öffnung der Grenzen am 27. Juni nach fast dreimonatiger Schließung stiegen die Zahlen rapide an. Insgesamt registrierten die Behörden bislang 5882 Corona-Fälle und 99 Tote in Verbindung mit Covid-19.

Tunesien leidet unter einer schweren politischen und wirtschaftlichen Krise. Die Corona-Pandemie hat die Lage weiter verschärft. Maßnahmen wie etwa das Tragen von Schutzmasken in der Öffentlichkeit sind mittlerweile wieder Pflicht, eine Rückkehr zu großangelegten Sperrungen soll es aber nicht geben.

dpa

Madrids Ärzte wollen wegen Corona-Krise die Arbeit niederlegen

19:39
10.09.2020
Wegen einer Corona-Überlastung wollen die Ärzte in Madrid die Arbeit niederlegen. Die größte Mediziner-Gewerkschaft der Region um die spanische Hauptstadt hat zu einem „unbefristeten und kompletten“ Streik ab dem 28. September aufgerufen. Der Ausstand sei bereits für die Arbeiter des Bereichs der medizinischen Grundversorgung angemeldet worden, weitere Sektoren würden sich aber in den kommenden Wochen anschließen, hieß es.

Schon seit Jahren leide man an einem Mangel an personellen und wirtschaftlichen Ressourcen, beklagte die Gewerkschaft in einer am Donnerstagabend veröffentlichten Mitteilung. „Die Pandemie hat in den vergangenen Monaten aber zu einer für uns inakzeptablen Verschlimmerung der Lage geführt.“ Die Madrider Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso sei der mehrfach geäußerten Bitte um ein Treffen zur Besprechung der Probleme nicht nachgekommen.

Madrid war im Frühjahr von der Pandemie im Corona-Hotspot Spanien besonders schwer getroffen worden - und ist jetzt wieder die von den Neuausbrüchen am stärksten betroffene Region des Landes. Von den 4137 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden, die das spanische Gesundheitsministerium am Donnerstagabend für ganz Spanien meldete, entfielen 1509 auf Madrid - das sind mehr als 35 Prozent.

Spanien kommt insgesamt bereits auf mehr als 550.000 Corona-Infektionen, so viele wie kein Land anderes westeuropäisches Land. Daher gelten zahlreiche Einschränkungen im öffentlichen wie im privaten Bereich. So sind in Madrid seit Montag nur noch Treffen von höchstens zehn Personen erlaubt, wenn diese nicht demselben Haushalt angehören. Zudem ist unter anderem die zugelassene Höchstzahl der Teilnehmer an Hochzeiten, Beerdigungen und anderen Veranstaltungen deutlich reduziert worden. Das Nachtleben ist in ganz Spanien stark eingeschränkt. Überall gilt eine Maskenpflicht - auch im Freien.

dpa