Frankreich will trotz des Wiederaufflammens der Corona-Pandemie eine neue landesweite Ausgangssperre vermeiden. Das sei zu schaffen, wenn alle mitarbeiten würden, sagte Premierminister Jean Castex am Donnerstag. „Je mehr Aktivitäten eingestellt werden, je mehr sich die wirtschaftliche und soziale Krise vertieft, desto dramatischer werden die menschlichen Folgen sein.“
Das Krankenhaussystem sei bereit für eine mögliche neue Welle was Betten, Masken, Medikamente und Beatmungsgeräte betrifft, so Castex. Eine Situation wie im Frühjahr solle jedoch unbedingt verhindert werden. Frankreichs Regierung hatte sich in der Vergangenheit bereits für regionale Beschränkungen ausgesprochen. So müssen etwa Bars und Restaurants in Marseille, das schwer getroffen ist, um 23 Uhr schließen.
Castex erklärte, dass es am Ende der Ausgangsbeschränkungen Mitte Mai weniger als 1000 neue Corona-Infektionen pro Tag in Frankreich gegeben habe. Jetzt sei man bei mehr als 3000.
Er erklärte, dass 19 weitere Départements als rote Zone eingestuft wurden - das heißt, dass dort eine erhöhte Ansteckungsgefahr herrscht. Zuvor waren lediglich Paris und das Départment Bouches-du-Rhône rot eingestuft. Die neuen Gefahrenzonen liegen vorrangig im Süden des Landes und rund um Paris.