Letztes Update:
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Erneut Corona-Karte geleakt

15:28
07.08.2020
Erst Ende Juli kam eine detaillierte Karte von Luxemburg an die Öffentlichkeit, die das Infektionsgeschehen in Luxemburg bis auf die Postleitzahl genau aufschlüsselte.

Nun wurde erneut eine Karte publik, die die Neuinfektionen zwischen dem 22. Juni und dem 12. Juli bis auf die Gemeinde genau anzeigt - und nicht, wie sonst üblich - pro Kanton.

Veröffentlicht wurde die Karte - offenbar versehentlich, wie das Tageblatt berichtet - in einer parlamentarischen Antwort von Gesundheitsministerin Paulette Lenert an den ADR-Abgeordneten Jeff Engelen.

Eigentlich wollte die Kommunikationsstelle des Gesundheitsministeriums keine Karten mit Zahlen zu Gemeinden herausgeben. Sie hat sich bisher auf die Ebene der Kantone beschränkt.

Nun wurde diese Karte aber trotzdem in der parlamentarischen Antwort veröffentlicht. Das sei nicht glücklich aber auch nicht weiter schlimm, so eine Sprecherin des Ministeriums auf Nachfrage.

Die Karten, die bis auf Gemeindeebene reichen, seien nicht besonders aussagekräftig, erklärt sie weiter. Oft reiche es, vor allem in kleineren Gemeinden, dass es Fälle in einer oder zwei Familien gebe, um die Gemeinde in einen hohen Bereich schnellen zu lassen.

Andererseits könnten sich Personen, in Gemeinden in denen keine Neuinfektionen aufgezeichnet wurden in einer falschen Sicherheit fühlen. Weil die Karte nur den Wohnort und nicht den Ansteckungsort preisgibt.

Sarah Cames

Neuer Flickenteppich bei Reisebeschränkungen befürchtet

13:01
07.08.2020
Die wieder zunehmende Zahl von nationalen Alleingängen bei Einreisebeschränkungen und Grenzkontrollen sorgt in der EU-Kommission für Beunruhigung. In einem Brief an die Mitgliedstaaten und an Großbritannien habe man am Freitag noch einmal darauf hingewiesen, dass es wichtig sei, eine zweite Welle von unkoordinierten Maßnahmen an den Binnengrenzen der EU zu vermeiden, sagte ein Sprecher am Freitag in Brüssel. Man habe zudem Prinzipien dargelegt, die bei Entscheidungen über Beschränkungen des freien Reiseverkehrs im Zusammenhang mit der Pandemie zugrunde gelegt werden sollten.

Demnach sollten beispielsweise nicht allein aufgrund steigender Fallzahlen neue Beschränkungen eingeführt werden. Relevant seien unter anderem auch die Testzahlen. Intensives Testen werde dazu führen, dass mehr Fälle erkannt würden, heißt es in dem Brief.

Zudem ruft die Kommission dazu auf, mit Nachbarstaaten nicht wohlwollender umzugehen als mit anderen EU-Staaten. Auch eine vorherige Konsultation mit betroffenen Staaten sei unerlässlich.

Kurz zuvor hatten Länder wie Finnland und Dänemark wegen steigender Corona-Zahlen neue Reisebeschränkungen für andere europäische Länder eingeführt. Finnland beschränkt ab Montag erneut die Einreise für Menschen aus den Niederlanden, Belgien und Andorra. Das bedeutet, dass Finnland für diese Länder wieder Grenzkontrollen einführt und Reisende aus diesen Staaten aufgerufen werden, für 14 Tage in Quarantäne zu gehen und Kontakte mit anderen Menschen zu vermeiden.

Unterdessen gab Dänemark eine Reisewarnung für Spanien und Andorra heraus, nachdem es zuvor schon von unnötigen Reisen nach Rumänien, Bulgarien und Luxemburg abgeraten hatte.

Die EU-Kommission ist unter anderem besorgt, dass die unkoordinierten Reisebeschränkungen negative Auswirkungen auf den EU-Binnenmarkt haben könnten. Direkte Einflussmöglichkeiten hat sie aber nicht, da Grenzkontrollen und Reisebeschränkungen bei besonderen Sicherheitsbedrohungen auch innerhalb der EU nationale Angelegenheit sind.

Jörg Tschürtz