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Saarland-Modell: Expertenrat empfiehlt „noch“ Ampel auf Gelb

08:26
16.04.2021
Die Corona-Ampel im Saarland-Modell soll vorerst noch weiter auf Gelb bleiben: Das hat der Expertenrat, der die Landesregierung zur Corona-Lage berät, in seinem aktuellen Monitoring-Bericht empfohlen. Am Tag zuvor hatten die Experten geraten, die Ampel in Kürze auf Rot zu schalten, wenn sich die Infektionslage nicht verbessere. Da die Inzidenz und der R-Wert aber gesunken seien, sollte die Ampel „noch auf Stufe gelb verbleiben“, hieß es in dem Bericht vom späten Donnerstagabend.

Bei einem „Abweichen der Indikatoren“ werde jedoch der Umstieg auf Rot empfohlen. Eine rote Ampel heißt laut Landesregierung, dass alle bisherigen Öffnungsschritte zurückgenommen werden und ein „konsequenter Lockdown“ folgt. Der Ministerrat wird am Freitag zusammenkommen, um über das weitere Vorgehen zu beraten.

Die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche, war am Donnerstag von 133,2 auf 128,7 gesunken. Der sogenannte R-Wert ging von 1,5 auf 1,1 zurück. Auch die Krankenhausauslastung habe sich im Vergleich zum Vortag nicht verschärft, hieß es im Bericht. Insgesamt sei die Lage aber weiterhin „sehr angespannt“ und müsse täglich neu bewertet werden.

Seit dem 6. April läuft im Saarland ein bundesweit beachtetes Modellprojekt, das auf Öffnungen auf der Basis von Schnelltests setzt. Neben der Außengastronomie durften unter anderem auch Fitnessstudios und Theater wieder öffnen - für jene, die einen tagesaktuellen negativen Test dabeihaben.

Seit Montag steht die Ampel bereits auf Gelb - weil die Sieben-Tage-Inzidenz an drei Tagen hintereinander über 100 gestiegen war. Seitdem gilt eine erweiterte Testpflicht - im Einzelhandel und bei Friseuren etwa.

Jeff Wiltzius

Merkel im Bundestag: Dritte Pandemiewelle bremsen

07:56
16.04.2021
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel warnt eindringlich vor einer Überforderung des Gesundheitssystems in der Corona-Pandemie. „Die Lage ist ernst, und zwar sehr ernst“, sagte sie am Freitag im Bundestag. „Es führt kein Weg daran vorbei: Wir müssen die dritte Welle der Pandemie bremsen und den rapiden Anstieg der Infektionen stoppen“, sagte sie. „Um das endlich zu schaffen, müssen wir die Kräfte von Bund, Ländern und Kommunen besser bündeln als zuletzt.“

„Die Intensivmediziner senden einen Hilferuf nach dem anderen - wer sind wir denn, wenn wir diese Notrufe überhören würden?“, fragte Merkel. „Wir dürfen Ärzte und Pfleger nicht alleine lassen. Alleine können sie den Kampf gegen das Virus in dieser dritten Welle auch mit bester medizinischer Kunst und dem aufopferungsvollsten Einsatz nicht gewinnen.“

Der Bundestag debattierte am Freitag erstmals über den vom Kabinett am Dienstag verabschiedeten Entwurf für eine deutschlandweite Corona-Notbremse, für die auch Merkel warb. Sie sieht schärfere Regelungen vor, wenn in einem Landkreis oder einer Stadt mehr als 100 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen kommen. Ab 21 Uhr sollen etwa Ausgangsbeschränkungen greifen, um zu verhindern, dass sich Menschen privat in Innenräumen treffen und gegenseitig anstecken können.

Noch am Nachmittag sollten die geplanten Schritte in einer öffentlichen Anhörung im Gesundheitsausschuss beraten werden. Die Verabschiedung des Gesetzes im Bundestag ist für Mittwoch vorgesehen. Danach muss es noch den Bundesrat passieren.

Jeff Wiltzius