Anders als Bundeskanzlerin Angela Merkel hält ein Schweizer Epidemiologe immer neue Verschärfungen der Corona-Maßnahmen für kontraproduktiv. „Mehr Maßnahmen nützen nichts, wenn die Leute nicht mehr mitmachen“, sagte Manuel Battegay, der ehemalige Vizepräsident der Schweizer Corona-Taskforce, der Zeitung „Blick“ (Montag). Er wirbt deshalb trotz steigender Infektionszahlen für Öffnungsschritte.
Die Schweiz hat seit Beginn der Pandemie deutlicher weniger Beschränkungen verhängt als Deutschland. Hotels und Skigebiete mussten nicht schließen, Geschäfte, Museen und Zoos sind seit Anfang März überwiegend wieder geöffnet. Restaurants sind dagegen geschlossen. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner ist in der Schweiz von rund 80 Mitte Februar auf mehr als 120 in Woche 11 (15.-21. März) gestiegen. Auf täglicher Basis veröffentlicht das Bundesamt für Gesundheit nur die 14-Tage-Inzidenz. Sie lag am 26. März bei 243,93.