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Britische Regierung rechnet mit Impf-Auffrischungen ab September

09:10
27.03.2021
Zum Schutz gegen neue Varianten des Coronavirus sollen die Menschen in Großbritannien eine dritte Impfung erhalten. Über 70-Jährige könnten diese „Booster“-Impfung bereits im September bekommen, sagte der zuständige Staatssekretär Nadhim Zahawi der Zeitung „Daily Telegraph“ (Samstag). Auch medizinisches Personal und Pflegekräfte sollen dann ihre dritte Dosis innerhalb von zehn Monaten bekommen. Bis zum Herbst würden vermutlich acht verschiedene Impfstoffe zur Verfügung stehen, sagte Zahawi. „Wie auch immer das Virus sich verhält - wir werden bereit sein.“

Der Staatssekretär kündigte an, dass bald Drive-Through-Impfzentren öffnen sollen. Man könnte dann beispielsweise im Auto geimpft werden. Damit solle die Impfskepsis jüngerer Menschen reduziert werden, sobald sie an der Reihe sind, so Zahawi.

Die Regierung hat angekündigt, dass alle Erwachsenen bis Ende Juli eine erste Dosis gegen das Coronavirus erhalten sollen. Über die Zeit danach hat sie aber noch keine konkreten Ankündigungen gemacht. Bisher haben etwa 30 Millionen Menschen eine erste Dosis gespritzt bekommen, mehr als die Hälfte der Erwachsenen.

Allerdings wächst auch wegen der Ausbreitung ansteckenderer Varianten der Druck auf die Regierung, den Erfolg des Impfprogramms zu schützen. Die Zeitung „Guardian“ berichtete, das Kabinett habe über eine Ausweitung der „roten Liste“ von Hochrisikoländern beraten. Wer aus diesen Gebieten einreist, muss auf eigene Kosten für zehn Tage in Hotel-Quarantäne.

Jeff Wiltzius

Brasilien registriert Tageshöchstwert an Corona-Toten

07:25
27.03.2021
Brasilien hat erneut einen Tageshöchstwert bei den Corona-Toten registriert. 3.650 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 in den vergangenen 24 Stunden meldete das Gesundheitsministerium in Brasília am Freitagabend (Ortszeit). Am Dienstag hatte Brasilien erstmals mehr als 3.000 Corona-Tote an einem Tag erfasst. Damit stieg die Zahl der Corona-Toten auf 307.112. Mehr als 12,4 Millionen Menschen haben sich nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Nur in den USA sind die Zahlen höher. 

Das Gesundheitssystem ist vielerorts zusammengebrochen oder dabei zusammenzubrechen. Medikamente, unter anderem zur Intubation von Covid-19-Patienten, gehen zur Neige. Wie das Nachrichtenportal „G1“ unter Berufung auf die Forschungseinrichtung „Fundação Oswaldo Cruz“ (Fiocruz) berichtete, deuten jüngste Daten auf eine Zunahme der Krankheit bei Jüngeren hin.

Angesichts der dramatischen Corona-Lage liefert die deutsche Luftwaffe 80 Beatmungsgeräte in die Amazonas-Metropole Manaus. Ein Transportflugzeug wird Samstagmittag im Nordwesten des größten Lands Lateinamerikas erwartet.

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat das Coronavirus von Anfang an verharmlost. Zuletzt milderte der Rechtspopulist seinen Ton - auch mit Blick auf Impfungen - allerdings etwas ab. Der neue Gesundheitsminister Marcelo Queiroga sprach vom „Vaterland der Masken“, als er dazu aufforderte, die Mund- und Nasenbedeckung zu tragen. Nachdem die Forschungseinrichtung „Instituto Butantan“, die dem Bundesstaat São Paulo untergeordnet ist, die Entwicklung eines Impfstoffes angekündigt hatte, will nun auch die Regierung in die Produktion einsteigen - sie lässt bei der Universität São Paulo in Ribeirão Preto entwickeln.

Jeff Wiltzius