Letztes Update:
20210315153750

Inzidenz in Deutschland steigt weiter kräftig an

09:49
15.03.2021
Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner ist in Deutschland zum fünften Mal in Folge deutlich gestiegen.

Am Montag lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei 82,9 und damit weit höher als am Vortag (79,1), wie aus den Zahlen des staatlichen Robert Koch-Instituts (RKI) hervorging. Einen solchen Wert hatte es zuletzt am 3. Februar gegeben. Danach war die Inzidenz noch einige Zeit gesunken, ein Tiefstand wurde mit 56,8 am 19. Februar erreicht. 

Teddy Jaans

Bericht: HRS-Generaldirektor plante private Impfstrategie

09:38
15.03.2021
Der bisherige Generaldirektor Claude Schummer der Hôpitaux Robert Schuman (HRS) soll eine private Impfstrategie parallel zur Regierung geplant haben. Das schreibt RTL am Montagmorgen. So sei geplant gewesen, Vakzin im Ausland zu kaufen und dies in "Zusammenarbeit mit einer Firma aus dem Versicherungswesen" privat zu verimpfen.

Bereits seit längerem kursieren Gerüchte, die HRS-Gruppe habe 100.000 Dosen des US-amerikanischen Herstellers Biontech/Pfizer kaufen wollen. Dies dementierte jedoch der Hersteller gegenüber dem Tageblatt. So habe es mit Schummer inoffizielle Gespräche gegeben, ein Angebot fand allerdings nie statt. Auch habe der Generaldirektor bei anderen Anbietern im Ausland versucht, an Impfstoff zu heranzukommen - ohne Erfolg, heißt es. Seit einer Woche sei Schummer nicht mehr in seinem Büro. Die HRS-Gruppe stellte zudem klar, dass diese Gespräche nicht im Auftrag der Krankenhausgruppe stattfanden.

"Mit Schiltz abgesprochen"


Gegenüber Radio 100,7 sagte Schummer am Montag, die Beschaffung von zusätzlichen Impfdosen sei mit Verwaltungsratsräsident Jean-Louis Schiltz abgesoprochen gewesen. Dieser habe sogar selber im Ausland Kontakte in diesem Sinne geknüpft. Er (SChummer)  habe am 5. Januar Kontakt zum Pharmahersteller Pfizer gehabt und man habe ihm ein mögliches Lieferdatum im April genannt. Pfizer hatte dies am Freitag noch dementiert.
Es sei geplant gewesen, Mitarbeiter von Betrieben zu impfen, eine Zusammenarbeit mit Versicherungen sei nicht geplant gewesen.

Die HRS-Führung steht bereits in der Kritik: In einem anonymen Brief wurden Missstände wegen Mobbing angesprochen; vor einer Woche wurde das Collège médical offiziell eingeschaltet. Die Ärzteschaft will sich wehren.

Jeff Wiltzius

Auch Niederlande stoppen Impfungen mit Astrazeneca-Vakzin

05:57
15.03.2021
Nun haben auch die Niederlande Impfungen mit dem Impfstoff des britisch-schwedischen Pharmakonzerns Astrazeneca für zwei Wochen ausgesetzt. Dies geschehe auf der Grundlage „neuer Informationen“, teilte Gesundheitsminister Hugo de Jonge am späten Sonntagabend mit. Dabei bezog er sich auf sechs Fälle möglicher Nebenwirkungen in Dänemark und Norwegen an diesem Wochenende. Nach Angaben des Ministeriums wurden in den Niederlanden bisher keine Fälle von schweren Nebenwirkungen bekannt. „Wir müssen immer auf Nummer sicher gehen“, sagte der Minister. „Daher ist es klug, nun auf die Pausetaste zu drücken.“

Am Sonntag hatte sich die Impfkommission in Irland für ein Aussetzen der Impfungen mit dem Präparat ausgesprochen, bis Berichte aus Norwegen über vier Fälle schwerer Blutgerinnsel nach Verabreichung des Mittels geprüft seien. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA erklärte allerdings, dass es keine auffällige Häufung von Thrombosen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung gebe und dass der Nutzen der Verabreichung des Astrazeneca-Mittels größer sei als die Risiken. Astrazeneca selbst wies nach einer Analyse von Impfdaten erneut Zweifel an der Sicherheit seines Corona-Impfstoffes zurück.

In Italien war die Verabreichung einer bestimmten Charge des Impfstoffes nach „schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen“ vorsichtshalber gestoppt worden. Zuvor hatten schon andere Länder das Mittel beziehungsweise eine Charge von Astrazeneca vorsorglich vom Markt genommen.

Jeff Wiltzius