Der bisherige Generaldirektor Claude Schummer der Hôpitaux Robert Schuman (HRS) soll eine private Impfstrategie parallel zur Regierung geplant haben. Das schreibt RTL am Montagmorgen. So sei geplant gewesen,
Vakzin im Ausland zu kaufen und dies in "Zusammenarbeit mit einer Firma aus dem Versicherungswesen" privat zu verimpfen.
Bereits seit längerem kursieren Gerüchte, die HRS-Gruppe
habe 100.000 Dosen des US-amerikanischen Herstellers Biontech/Pfizer kaufen wollen. Dies dementierte jedoch der Hersteller gegenüber dem Tageblatt. So habe es mit Schummer inoffizielle Gespräche gegeben, ein Angebot fand allerdings nie statt. Auch habe der Generaldirektor bei anderen Anbietern im Ausland versucht, an Impfstoff zu heranzukommen - ohne Erfolg, heißt es. Seit einer Woche sei Schummer nicht mehr in seinem Büro. Die HRS-Gruppe stellte zudem klar, dass diese Gespräche nicht im Auftrag der Krankenhausgruppe stattfanden.
"Mit Schiltz abgesprochen"Gegenüber Radio 100,7 sagte Schummer am Montag, die Beschaffung von zusätzlichen Impfdosen
sei mit Verwaltungsratsräsident Jean-Louis Schiltz abgesoprochen gewesen. Dieser habe sogar selber im Ausland Kontakte in diesem Sinne geknüpft. Er (SChummer) habe am 5. Januar Kontakt zum Pharmahersteller Pfizer gehabt und man habe ihm ein mögliches Lieferdatum im April genannt. Pfizer hatte dies am Freitag noch dementiert.
Es sei geplant gewesen, Mitarbeiter von Betrieben zu impfen, eine Zusammenarbeit mit Versicherungen sei nicht geplant gewesen.
Die HRS-Führung steht bereits in der Kritik: In einem anonymen Brief wurden Missstände wegen Mobbing angesprochen;
vor einer Woche wurde das Collège médical offiziell eingeschaltet. Die Ärzteschaft will sich wehren.
Jeff Wiltzius