Letztes Update:
20210226183657

Santé zieht Impftempo an

09:33
25.02.2021
In einer Pressekonferenz am Donnerstagmorgen erklärte Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP), dass mit den Impfreserven zukünftig anders umgegangen werden wird.

Bisher wurde für jede Impfdosis eine zweite zurückgehalten, um sicherzugehen, dass Geimpfte rechtzeitig ihre zweite Dosis erhalten können. Da auch die erste Dosis bereits einen gewissen Schutz bietet, werden nun allerdings 75 Prozent der Dosen sofort verimpft und nur noch 25 Prozent der verfügbaren Dosen für die zweite Impfung zuzrückbehalten. Man müsse darauf hoffen, dass die Pharmaunternehmen die angekündigten Lieferungen auch einhalten können - garantieren könne man dies aber nicht zu 100 Prozent, so Ministerin Lenert.

Die breitere Verabreichung einer ersten Dosis habe aber den entscheidenden Vorteil, dass durch den Schutz dieser ersten Injektion eine Reihe von Todesfällen verhindert werden könne. Unter anderem die Verbreitung der britischen Variante bereitet dem Gesundheitsministerium Sorge: Die erste repräsentative Sequenzierung der Corona-Varianten in Luxemburg ergab, dass die ansteckender britische Mutation rund 56 Prozent der bestehenden Fälle ausmacht.

Sarah Cames

Israel peilt ab April umfassende Öffnung an - Hunderte feiern Karneval

08:23
25.02.2021
Gut ein Jahr nach ersten Restriktionen will Israel die Corona-Krise im April weitgehend hinter sich lassen. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte nach einer Mitteilung seines Büros eine umfassende Öffnung des Landes ab dem Monat an. Details dazu blieben allerdings zunächst offen. So ist etwa unklar, ob dies auch Hygiene-, Abstands- und Maskenregeln umfassen soll.

Die Ankündigung vom Mittwochabend erfolgte weniger als vier Wochen vor einer Neuwahl - die vierte Abstimmung in zwei Jahren. Der 71-Jährige stellt sich am 23. März zur Wiederwahl. Er hatte bereits angekündigt, dass in Israel bis Ende März jedem ab 16 Jahren ein Impfangebot gemacht werden soll.

In Israel mit seinen etwa 9,3 Millionen Einwohnern läuft derzeit eine massive Impfkampagne. Netanjahus Regierung die Immunisierung von mindestens 6,2 Millionen Bürgern an. Eine Erstimpfung erhielten bislang rund 4,6 Millionen Menschen, eine Zweitimpfung mehr als 3,2 Millionen. Israel ist ein sehr junges Land, rund 30 Prozent der Bevölkerung ist jünger als 16 Jahre alt. Diese Altersgruppe kann bisher noch nicht geimpft werden.

Parallel zur Impfkampagne blieben die Neuinfektionszahlen trotz stetem Rückgang zuletzt auf hohem Niveau. Mit Blick auf das am Donnerstagabend beginnende jüdische Karnevalsfest Purim verhängte die Regierung drei nächtliche Lockdowns bis Sonntagfrüh. Es gelten dann Ausgangs- und Besuchsbeschränkungen. Netanjahu appellierte an die Bürger, sich daran zu halten. Vor einem Jahr hatten sich viele Menschen in Israel auf Karnevalsfeiern angesteckt.

Medienberichten zufolge gab es am Mittwochabend in Tel Aviv bereits Zusammenkünfte mit Hunderten Teilnehmern. Bürgermeister Ron Chuldai verurteilte dies. „Wer gestern auf der Straßenparty in der Stadt gefeiert hat, missachtet die öffentliche Gesundheit und unsere Riesenbemühungen, die Pandemie zu stoppen“, schrieb er bei Twitter. Er habe die städtischen Kontrolleure angewiesen, während der Feiertage entschlossen gegen Versammlungen vorzugehen.

Jeff Wiltzius