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Söder: Corona-Risikogebiete täglich überprüfen

14:53
02.08.2020
Zum Schutz vor Corona-Ansteckungen durch Urlauber sollte die Bundesregierung nach Ansicht von CSU-Chef Markus Söder die sogenannten Risikogebiete stetig neu bewerten. „Die Flexibilität im Agieren, was ist ein Risikogebiet, sollte man auch täglich überprüfen“, sagte der bayerische Ministerpräsident am Sonntag im ARD-Sommerinterview in Berlin. Reiserückkehrer aus Corona-Hotspots, also Gebieten mit einem besonders hohen Ansteckungsrisiko wegen hoher Fallzahlen, müssen sich in Deutschland verpflichtend auf das Virus testen lassen.

Risikogebiete würden sich schnell verändern und die Liste könne sich auch schnell erweitern, betonte Söder. „Deswegen, glaube ich, ist es sehr sinnvoll, gerade innerhalb Europas sehr breit angelegt zu agieren und nicht zu eng auf einen formalen Akt.“ Neben kostenlosen Tests und ausreichen Krankenhauskapazitäten könne der Staat den Bürgern nicht viel zurückgeben, zugleich verlange er in der Pandemie von ihnen aber viel ab. Mehr Tests würden auch mehr Sicherheit bedeuten, da viele Menschen verunsichert seien.

Für alle, die sich den Pflichttests verweigerten oder auch die anderen Schutzmaßnahmen wie den Mund-Nase-Schutz in Bussen und Bahnen nicht trügen, müsse es Geldstrafen geben, sagte Söder. „Ich glaube schon, dass wir uns dem ganzen Thema intensiver nähern müssen, sonst haben die ganzen Regeln ja keinen Sinn.“ Die Masken seien zu tragen, wo der Abstand schlecht zu wahren sei. „Wer verpflichtende Tests verweigert oder bewusst gegen Maßnahmen verstößt, muss mit Bußgeld rechnen.“ Als Beispiel nannte Söder Kontrollen in Zügen und im sonstigen Personen-Nahverkehr. „Gehen tut das schon, wir brauchen nur den Willen.“

LW-Springer

Corona könnte Spanien 750.000 Arbeitsplätze kosten

14:06
02.08.2020
Die spanische Tourismusbranche hat ihre schon bisher pessimistischen Prognosen für dieses Jahr wegen wieder gestiegener Corona-Zahlen und neuer Einschränkungen nach einem Zeitungsbericht noch einmal drastisch nach unten revidiert. Bis zum Jahresende drohten der Verlust von bis zu 750.000 Arbeitsplätzen und ein Rückgang der in normalen Zeiten zu erwartenden Einnahmen um mehr 50 Prozent oder 83 Milliarden Euro, berichtete die Zeitung „El País“ am Sonntag unter Berufung auf Schätzungen des Reiseunternehmerverbandes Exceltur.

Bis vor kurzem rechnete der Verband noch mit Einbußen von 40 Milliarden Euro im Tourismus, der 2019 mehr als zwölf Prozent zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) beitrug. Der Verband fordert deshalb 30 Milliarden Euro der für Spanien zu erwartenden rund 140 Milliarden aus dem historischen EU-Hilfsfonds zur Überwindung der Corona-Krise.

„Dies ist der katastrophalste Sommer der vergangenen 50 Jahre“, zitierte die Zeitung Exceltur-Vizepräsident José Luis Zoreda. Am schlimmsten sei die Entscheidung Großbritanniens, für Rückkehrer aus Spanien eine 14-tägige Quarantäne anzuordnen. Gut ein Fünftel der fast 84 Millionen ausländischen Urlaubsgäste in Spanien kam 2019 aus Großbritannien. Danach folgten Deutsche und Franzosen mit einem Anteil von jeweils gut 13 Prozent. Deutschland hat eine Reisewarnung für Katalonien mit der Tourismusmetropole Barcelona sowie für Aragón und Navarra ausgesprochen. Auch Frankreich rät seinen Bürgern von Reisen nach Katalonien ab.

Mit etwa 288.000 nachgewiesenen Infektionen und über 28.400 Toten ist Spanien eines der von der Pandemie am schwersten betroffenen Länder Europas. Landesweit sind die Zahlen zwar seit Mitte Mai stark gesunken. Seit dem Ende des Corona-Notstands am 21. Juni, als täglich um die 300 Neuinfektionen registriert wurden, hat sich diese Zahl wegen der Lockerungen der Corona-Regeln zuletzt wieder auf fast 2.800 pro Tag erhöht, wie die Zeitung schrieb. 

LW-Springer