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Covid-19-Simulation: Lockdown bis Ende Januar reicht für Deutschland nicht

07:50
16.01.2021
Der von Politikern verfolgte Zielwert bei Corona-Neuinfektionen für ein Lockdown-Ende wird nach Berechnungen des Saarbrücker Pharmazie-Professors Thorsten Lehr Ende Januar wohl nicht erreicht. „Die Chance ist extremst gering bis nicht vorhanden“, sagte Lehr der Deutschen Presse-Agentur in Saarbrücken. Er ging davon aus, dass die angestrebte Rate von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen frühestens Mitte Februar möglich sei. „Und das wäre eine optimistische Vorhersage.“

Der Professor für Klinische Pharmazie an der Universität des Saarlandes hat mit seinem Forscherteam einen „Covid-Simulator“ entwickelt, der das Infektionsgeschehen in Deutschland berechnet und Prognosen liefert: für ganz Deutschland, die einzelnen Bundesländer und bis hin auf Landkreisebene. Er kann auch online genutzt werden: In den vergangenen zwei Monaten wurde die Seite fast eine Million Mal aufgerufen, wie der gebürtige Hanauer sagte.

„Momentan ist eigentlich kein Absinken in Sicht“, sagte Lehr. „Die Maßnahmen würden „nicht so greifen“. Dies liege zum einen daran, dass es „eine gewisse Lockdown-Müdigkeit“ gebe, sagte der Professor. Regeln würden maximal ausgereizt. Zum anderen gebe es immer noch viele Kontakte und damit Möglichkeiten der Übertragung. Die Mobilität sei nicht so eingeschränkt, es gebe weniger Homeoffice als im ersten Lockdown (Frühjahr 2020) und Kitas seien teilweise gut besucht und „weit weg von einer klassischen Notbetreuung“. 

Sarah Cames

Spanien: Wahl in Konfliktregion Katalonien wegen Corona verschoben

20:05
15.01.2021
Die vorgezogene Neuwahl des Parlaments der spanischen Konfliktregion Katalonien ist wegen der Corona-Pandemie vom 14. Februar auf den 30. Mai verschoben worden. Das Dekret zur Verlegung der Abstimmung sei am Freitag auf einer Kabinettssitzung gebilligt worden, teilte die Regionalregierung in Barcelona mit.

Wegen des weiterhin schwelenden Unabhängigkeitskonflikts gilt die Wahl in Katalonien als sehr wichtig. Nach dem illegalen Referendum der Separatisten vom 1. Oktober 2017 sitzen zahlreiche Politiker und Aktivisten hinter Gittern. Es gab für sie Haftstrafen von bis zu 13 Jahren. Andere flohen ins Exil. Die Separatisten sind in der Region aber weiterhin an der Macht. Die regionalen Parteien, die für eine Trennung von Spanien eintreten, bilden seit der Wahl vom Dezember 2017 eine Minderheitsregierung in Barcelona.

Die Neuwahl war vom Parlament ausgerufen worden, nachdem die Justiz den separatistischen Regionalpräsidenten Quim Torra im vergangenen September wegen Ungehorsams abgesetzt hatte. Nach der Ansetzung der Neuwahl rief Torra die Katalanen dazu auf, die Abstimmung zu einem „Plebiszit“ über die Gründung eines unabhängigen katalanischen Staates zu machen. Die Regierungsgeschäfte übernahm bis zur Wahl einer neuen Regionalregierung Torras Vize Pere Aragonés.

Jeff Wiltzius