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Schwedens Staatsepidemiologe empfiehlt Homeoffice auch im Herbst

11:45
30.07.2020
Trotz konstanter Fortschritte im Corona-Kampf sollten die Schweden nach Ansicht ihres bekanntesten Gesundheitsexperten, Anders Tegnell, auch im Herbst im Homeoffice bleiben. Die Gesundheitsbehörde werde weiterhin empfehlen, wenn möglich weiter von zu Hause aus zu arbeiten, sagte Staatsepidemiologe Tegnell am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Stockholm. Die Situation in Schweden habe sich zwar verbessert. Es sei aber letztlich unklar, wie sich die Coronavirus-Pandemie im Herbst konkret entwickeln werde. Das Risiko eines erneuten Aufflammens sei weiterhin sehr hoch.

Viele der Kurven neigten sich in die richtige Richtung, sagte auch Sozialministerin Lena Hallengren auf der Pressekonferenz. Die Schweden müssten jedoch zusammen alles dafür tun, dass sich diese positive Entwicklung fortsetze. „Wir wissen immer noch nicht, wann die Pandemie vorbei ist“, sagte sie.

Schweden hatte mit seiner eigenwilligen Strategie im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus international für Schlagzeilen gesorgt. Unter anderem wurden Schulen, Restaurants und Geschäfte niemals geschlossen. Aber auch für die Schweden gelten bestimmte Corona-Beschränkungen, etwa ein Verbot von öffentlichen Versammlungen mit mehr als 50 Teilnehmern und ein Besuchsverbot für Pflegeheime. Die Zahlen der Neuinfektionen, Intensivpatienten und Todesfälle gehen seit Wochen in Schweden zurück, verglichen mit dem Rest Skandinaviens sind die Werte aber weiter hoch.

dpa

Italien: Corona-Notstand bis 15. Oktober verlängert

11:23
30.07.2020
Italiens Regierung hat den Corona-Notstand bis zum 15. Oktober verlängert. Ein entsprechendes Dekret erließ das Kabinett von Ministerpräsident Giuseppe Conte am späten Mittwochabend. Zuvor hatten in dieser Woche beide Parlamentskammern mit Mehrheit für die Verlängerung gestimmt. Der Notstand gilt in Italien seit knapp sechs Monaten. Ohne Verlängerung wäre er am 31. Juli, also am Freitag, ausgelaufen.

Politiker der rechten Opposition und Rechtsexperten hatten sich gegen die Maßnahme gewandt. Sie sehen Grundrechte in Gefahr und warfen der Regierung vor, dass sie mit Dekreten am Parlament vorbei regieren wolle. Auch in der Koalition gab es nach Medienberichten kritische Stimmen, die gegen eine noch längere Ausweitung bis Ende des Jahres waren. Vor diesem Hintergrund hatte der Premier in beiden Kammern für die Verlängerung geworben, die formal die Regierung ausspricht.

Der Notstand wird in Italien eigentlich nach Naturkatastrophen wie Erdbeben oder Überschwemmungen ausgerufen. Die Maßnahme gibt der Regierung besondere Rechte. Der Staat kann Einsatzkräfte besser koordinieren und bürokratische Hürden vermeiden.

Conte hatte den Notstand am 31. Januar für ein halbes Jahr ausgerufen. Im Februar brach dann die Pandemie im Norden des Landes heftig aus. Derzeit ist die Infektionswelle mit dem Virus Sars-CoV-2 nach Experteneinschätzung aber unter Kontrolle.

dpa