Die neuen Maßnahmen, die Premierminister Xavier Bettel (DP) und Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) verkündeten, kommen nicht überall gut an. Besonders in die Kritik geraten ist die im abgeänderten Covid-Gesetz verankerte Vorschrift, die Beamte dazu aufruft, Verstöße gegen die Isolations- und Quarantänemaßnahmen, die ihnen im Rahmen ihrer Arbeit aufgefallen sind, zu melden.
Die beratende Menschenrechtskommission des Großherzogtums bezweifelte am Mittwoch in einer Mitteilung die Verhältnismäßigkeit dieser "Obligation de dénonciation" - vor allem, weil der Artikel vorsieht, dass Beamte, die sich nicht an diese Meldevorschrift halten, ihrerseits Sanktionen zu befürchten haben.
Die Eisenbahngewerkschaft Syprolux ging in ihrer Kritik sogar noch einen Schritt weiter. In einer Mitteilung am Mittwoch hieß es: "Will eine Regierung wirklich ein Netzwerk von 'Gielemännecher' und ein Klima von Misstrauen und Neid aufbauen?" Man könne nicht nachvollziehen, wie man "als Regierung eines Landes, dem in seiner Vergangenheit unter der Nazi-Besatzung seine Identität und sein freier Wille gestohlen wurde" einen Text vorschlagen könne, in dem Bürger - in diesem Fall Staatsbeamte - aktiv dazu aufgerufen würden, andere Bürger zu "denunzieren".