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20201224052706

RKI: Neue Corona-Variante wahrscheinlich schon in Deutschland

11:55
22.12.2020
Die gefürchtete Variante des Corona-Virus aus Großbritannien dürfte nach Einschätzung des staatlichen Robert Koch-Instituts Deutschland bereits erreicht haben.  „Die Wahrscheinlichkeit, dass sie schon in Deutschland ist, aber bisher unerkannt, schätze ich schon als sehr, sehr hoch ein“, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Dienstag in Berlin.

Er verwies darauf, dass die Variante B.1.1.7 in Großbritannien bereits im September erstmals nachgewiesen wurde, zudem gebe es bereits Nachweise in Nachbarländern wie den Niederlanden und Dänemark. Ein Labornachweis in Deutschland sei ihm aber nicht bekannt, sagte Wieler.

B.1.1.7 komme in Großbritannien ganz offensichtlich viel häufiger vor als andere Varianten. „Das könnte daran liegen, dass sie eine höhere Infektiosität hat, das muss aber nicht so sein“, sagte Wieler. „Wir können die Bedeutung der Variante für das Geschehen noch nicht eindeutig einschätzen.“

Zur Bedeutung der Variante für die bevorstehenden Impfungen sagte Wieler: „Alle diese Daten, die wir bislang kennen, sprechen dafür, dass der Impfschutz nicht eingeschränkt ist, wenn sich diese Variante weiter ausbreitet.“ Er hoffe auf mehr Informationen zur neuen Variante noch in diesem Jahr.

Sarah Cames

Koblenz: Prozess wegen Betrugs mit einer Million Corona-Masken begonnen

11:54
22.12.2020
Wegen mutmaßlichen Betrugs mit rund einer Million Corona-Schutzmasken steht seit Dienstag ein 26-Jähriger vor dem Landgericht Koblenz. Das teilte eine Gerichtssprecherin mit. Laut Staatsanwaltschaft Koblenz dürfte es einer der ersten derartigen Corona-Prozesse mit einer solchen Dimension in Rheinland-Pfalz sein.

Der rund 150-seitigen Anklage zufolge war der 26-Jährige im April während der ersten Corona-Welle mit zwei Komplizen am Abschluss von Kaufverträgen über die Lieferung von FFP2-Masken für mehr als drei Millionen Euro anscheinend auch an eine überregionale Supermarktkette beteiligt. Der junge Mann habe gewusst, dass die Masken den hohen FFP2-Standard nicht erfüllten - es seien nur einfache Mund-Nasen-Bedeckungen gewesen. Tatorte sollen unter anderem Sinzig im nördlichen Rheinland-Pfalz sowie Mainz gewesen sein.

FFP2-Masken schützen besser vor einer Corona-Infektion als Stoffmasken und werden etwa von Ärzten und Krankenschwestern verwendet. Beim Ausbruch der Pandemie im Frühling herrschte vielerorts großer Mangel an FFP2-Masken.

Der 26-jährige Angeklagte soll sich außerdem mit falschen Angaben eine Corona-Soforthilfe von 9000 Euro erschlichen haben. Er sitzt in Untersuchungshaft. Seine beiden mutmaßlichen Komplizen sind nicht Angeklagte im selben Verfahren. Beim Prozessauftakt am Dienstag trugen die Beteiligten selbst Masken. Die 10. Strafkammer des Landgerichts Koblenz hat vorerst fünf Verhandlungstage bis zum 22. Januar terminiert.

Sarah Cames