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Experten erwarten massive Corona-Folgen für britischen Arbeitsmarkt

06:07
22.12.2020
Ökonomen erwarten im kommenden Jahr einen weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit in Großbritannien. Das der luxemburgischen Kurzarbeit ähnelnde Furlough-Programm sorge zumindest bis zum Frühjahr für mehr Sicherheit bei den Konsumenten und Firmen, sagte der britische Ökonom Andrew Lee von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg der Deutschen Presse-Agentur. „Ich erwarte danach eine Zunahme der Arbeitslosigkeit gepaart mit scharfer Kritik am Furlough.“

Das sogenannte „Furlough“-Programm, das dem Modell der Kurzarbeit nachempfunden ist, läuft nach einer Verlängerung noch bis Ende April 2021. „Viele Entlassungen werden dadurch verschoben“, erklärte der Ökonom Stefan Legge von der Universität Sankt Gallen. Die verheerende Wirkung der Pandemie dürfte sich daher erst im Frühjahr vollständig auf dem Arbeitsmarkt entfalten.

Die Aufsichtsbehörde Office for Budget Responsibility geht in ihrer aktuellen Prognose von 7,5 Prozent Arbeitslosen in Großbritannien Mitte des kommenden Jahres aus - vorausgesetzt, schnelle Impfungen leiten den Anfang vom Ende der Corona-Ära ein. Aktuell liegt die Arbeitslosenquote bei knapp fünf, zu Beginn der Pandemie noch bei unter vier Prozent.

Wie der Winter auch verläuft: 2021 dürfte es im Vereinigten Königreich so viele Arbeitslose geben wie seit langer Zeit nicht mehr. Wirtschaftsexperte Legge sieht darin ein Muster: „Die strukturellen Probleme werden in einer solchen Krise besonders sichtbar. In Ländern wie Großbritannien oder Italien zeigt sich dann, wie dünn die Struktur ist.“

Sarah Cames

US-Repräsentantenhaus beschließt großes Corona-Konjunkturpaket

05:49
22.12.2020
Das US-Repräsentantenhaus hat wegen der Corona-Krise ein weiteres großes Konjunkturpaket beschlossen. Das Maßnahmenbündel mit einem Umfang von rund 900 Milliarden Dollar (etwa 737 Milliarden Euro) wurde mit 359 zu 53 Stimmen angenommen. Es bedarf nun noch der Zustimmung des Senats, in dem ebenfalls noch am späten Montagabend (Ortszeit) abgestimmt werden sollte.

Das Paket soll finanziell strauchelnden Bürgern helfen, Impulse für die geplagte Wirtschaft geben und zusätzliche Mittel für Impfungen und den Kampf gegen das Corona-Virus bereitstellen. Die Führungen von Demokraten und Republikanern im Kongress hatten sich nach monatelangen Verhandlungen am Sonntag auf das Paket verständigt. Im Frühjahr hatte der US-Kongress zuletzt Konjunkturpakete im Umfang von insgesamt rund 2,7 Billionen Dollar auf den Weg gebracht, was mehr als zehn Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung entsprach.

In dem neuen Gesetzespaket sind unter anderem weitere Finanzhilfen für kleine und mittlere Betriebe und eine zeitlich begrenzte Aufstockung der Arbeitslosenhilfe um 300 Dollar wöchentlich vorgesehen. Alle Bürger unterhalb einer jährlichen Einkommensgrenze sollen zudem einmalig eine direkte Hilfszahlung in Höhe von 600 Dollar pro Kopf bekommen.

Sarah Cames