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Berliner Charité stellt Betrieb auf Notfallprogramm um

09:20
21.12.2020
Deutschlands und Europas größte Universitätsklinik, die Berliner Charité, fährt von diesem Montag an für zunächst zwei Wochen den Betrieb auf ein Notfallprogramm zurück.

Auf diese Weise soll Personal zusammengezogen werden, um weitere Covid-19-Intensivkapazitäten aufzubauen. Planbare Eingriffe werden damit über Weihnachten und den Jahreswechsel nicht gemacht, wie die Klinik vergangene Woche ankündigt hatte. Notfälle werden aber weiter behandelt und Tumoroperationen vorgenommen. Auch der Betrieb in den Rettungsstellen geht weiter.

Die Charité rechnet mit einer weiteren Zunahme von Corona-Patienten. „Wir befinden uns nach wie vor in einer ungewöhnlich schweren Krise, wie wir sie noch nicht erlebt haben“, hatte Vorstand Ulrich Frei erklärt. Erwartet wurden noch „schwere Wochen“. Wie Charité-Mediziner Kai-Uwe Eckardt im ZDF kürzlich sagte, gelten nun zwei Wochen lang an der Klinik Regeln wie sonst nur an Feiertagen.

Die Charité ist in Berlin die erste Adresse für die Behandlung von Covid-19-Patienten mit schweren Krankheitsverläufen, versorgt Infizierte aber auch auf normalen Stationen.

Sarah Cames

Grenzen dicht: Britische Verbände warnen vor Versorgungsengpässen

08:00
21.12.2020
Angesichts geschlossener Grenzen und unterbrochenener Fährverbindungen warnen britische Verbände vor Versorgungsengpässen. „Das ist eine Hauptversorgungsroute für frische Produkte in dieser Jahreszeit“, sagte der Lebensmittelexperte des Handelsverbandes BRC, Andrew Opie einer Mitteilung zufolge. Nur wenige Fuhrunternehmen würden die Gefahr eingehen, ihre Fahrer nach Großbritannien zu schicken - ohne eine Garantie, dass diese auf den Kontinent zurückkehren können. Der Chef des Transportverbands RHA, Richard Burnett, sagte am Montag dem Sender BBC Radio 4, der Transport von frischen und verderblichen Waren sei nun die größte Herausforderung.

Der BRC forderte die britische Regierung und die EU auf, sobald wie möglich eine pragmatische Lösung zu finden, um Störungen bei Lieferungen zu Weihnachten möglichst zu vermeiden. Derzeit seien die Lager gefüllt. „Aber jede längere Schließung der französischen Grenze wäre ein Problem“, sagte Opie. Normalerweise würden in der Vorweihnachtszeit etwa 10.000 Lastwagen täglich den Ärmelkanal überqueren.

Premierminister Boris Johnson hat für Montag ein Krisentreffen der Regierung einberufen. Dabei soll geklärt werden, wie der Warenfluss gewährleistet werden kann. Frankreich und andere EU-Staaten haben wegen der raschen Ausbreitung der neuen Corona-Variante die Grenzen zum Vereinigten Königreich geschlossen. Damit können Lastwagen nicht mehr über den Ärmelkanal setzen.

Wegen des Weihnachtsgeschäfts, großer Lieferungen von Medizin- und Pflegeprodukten infolge der Corona-Pandemie und der Ungewissheit über den Ausgang des Brexit-Dramas herrscht ohnehin bereits seit vielen Tagen ein Lastwagenchaos auf den Zufahrten zum Ärmelkanal. Der Hafen Dover und der Eurotunnel sind seit der Nacht zum Sonntag geschlossen.

Sarah Cames