Justiz- und Kulturministerin Sam Tanson (déi Gréng) war am Samstagmittag im Gespräch bei RTL und machte dort klar, dass sie derzeit noch nicht über einen erneuten Lockdown spekulieren wolle.
"Die Zahlen gehen leicht zurück. Aber ob sie genug zurückgegangen sind, müssen wir Anfang kommender Woche klären", so die Ministerin am Samstag. Am Montag werden die Minister zusammenkommen, und über das weitere Vorgehen der Regierung beraten. Dort würde dann auch geprüft, ob das bestehende Covid-Gesetz nachgebessert werden müsse.
Ein Punkt, der dabei zur Ansprache käme, seien die
Outdoor-Bars, die angesichts der Schließung des Horesca-Sektors stellenweise aufgesprossen seien."Das Personal in den Krankenhäusern hat anstrengende Wochen hinter sich", so die Ministerin. Auch die vielen Todesfälle, die hierzulande immer noch registriert werden, dürften nicht außer Acht gelassen werden.
"An die hohen Zahlen, die wir in den vergangenen Wochen hatten, können und dürfen wir uns nicht gewöhnen", so Tanson. "Wir müssen alle kollektiv auf die Zähne beißen, aber es wird besser."
Die luxemburgische Kulturwelt könnte sich Tanson zufolge jedoch dauerhaft verändern.
Viele Künstler hätten sich bei ihr gemeldet und gesagt, dass sie über einen Ausstieg aus der Branche nachdenken. Die Hilfen, die am Freitag verlängert wurden, könnten demnach für einige Menschen aus dem Sektor zu spät kommen.
Auf Berichte, dass die Koalitionsparteien sich angesichts neuer Maßnahmen uneinig seien, wollte die grüne Ministerin nicht eingehen. "Es gibt auf jeden Fall keine parteipolitischen Grabenkämpfe", so die Ministerin. Den Berichten zufolge hätte sich die DP für einen Lockdown nach dem 28. Dezember ausgesprochen, während die LSAP strengere Maßnahmen zu einem früheren Zeitpunkt befürwortet. Déi Gréng stünden in der Mitte der beiden Forderungen.
Zwar seien im Krisenmanagement nach außen vor allem zwei Minister - Premierminister Xavier Bettel (DP) und Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) - sichtbar,
allerdings würden die Entscheidungen von allen Ministern gemeinsam getroffen.Für den Klimaschutz sei die Krise auch eine Chance - viele Menschen würden es derzeit bevorzugen, lokal einzukaufen und auch nach der Krise könnten sich Tanson zufolge mehr Leute dafür entscheiden, ihren Urlaub nicht in der Ferne zu verbringen. Auch das Fahrradfahren erlebte in Luxemburg im Corona-Sommer 2020 ein Revival.
Sarah Cames