François Koepp, der Generalsekretär des Verbandes der Hoteliers, Restaurantbesitzer und Cafetiers (Horesca), war am Donnerstagmorgen zu Gast bei RTL und sprach dort über die möglicherweise bevorstehende Schließung der Gastronomie. "Wir verstehen, dass die Zahlen momentan nicht gut aussehen", so der Generalsekretär der Horesca.
Der Verband sei bereits vor der Verkündung von den neuen Maßnahmen in Kenntnis gesetzt worden, die am kommenden Montag in der Chamber angenommen werden könnten. Der Austausch mit der Regierung funktioniere gut, erklärte Koepp.
Sollte die Zahl der täglichen Neuinfektionen nicht unter 500 sinken und die Gesetzesvorlage Anfang kommender Woche angenommen werden, so würde die Gastronomie wahrscheinlich am Mittwoch oder Donnerstag schließen, erklärte Koepp. "Wir haben die Betriebe bereits vorgewarnt, ihr Lager nur kurzfristig aufzufüllen", so der Generalsekretär. So soll verhindert werden, dass die Betriebe auf ihrem Vorrat sitzenbleiben, wie in der ersten Welle.
Die erneute Schließung der Gastronomie sei eine "sehr bittere Pille", so Koepp. In den Sommermonaten habe sich der Sektor etwas erholen können, aber vor allem Restaurants, die in den Mittagspausen Berufstätige bedienen, hätten durch die vermehrte Arbeit im Homeoffce nach wie vor mit einem Einbruch von um die 50 Prozent zu kämpfen.
Daher sei es umso wichtiger, dass das geplante Gesetz, das Nothilfen in der Gastronomie regeln soll, noch vor den verschärften Corona-Maßnahmen angenommen werde. Viele Betreiber und Angestellte kämpfen derzeit mit Existenzängsten, so Koepp. Ihnen müsse schnell geholfen werde. Vor allem in der Restauration sei der Anteil der Fixkosten hoch: "Rund ein Drittel der Kosten bleiben bestehen, auch wenn der Laden geschlossen ist."
Als "Lockdownfreie Zone" ist Luxemburg derzeit das einzige Land in der Großregion, in der die Gastronomie noch geöffnet ist. Dies locke auch einige Menschen über die Grenze ins Großherzogtum, so Koepp. Allerdings sei der Andrang nicht so hoch, dass es problematisch werden würde.