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Auch US-Konzern Moderna legt positive Daten zu Corona-Impfstoff vor

12:18
16.11.2020
Die amerikanische Biotechnologie-Firma Moderna hat laut eigenen Angaben einen Corona-Impfstoff entwickelt, der zu 94,5 Prozent wirksam ist. Dies hätten Tests an 30.000 Menschen in der sogenannten Phase 3 der klinischen Prüfung ergeben. Zudem wurde bekannt, dass die Europäische Arzneimittel-Agentur Ema ein sogenanntes Rolling-Review-Verfahren zu dem Moderna-Impfstoff beginnt, das eine vergleichsweise rasche Zulassung zum Ziel hat.

Die EU-Kommission verhandelt derzeit nach eigenen Angaben mit dem US-Konzern über die Lieferung von bis zu 160 Millionen Impfdosen. Ein Vertrag ist aber noch nicht geschlossen. Vor einer Woche hatte bereits der deutsche Hersteller Biontech zusammen mit dem US-Konzern Pfizer bekanntgegeben, dass ihr Impfstoff einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor Covid-19 bieten soll.

Die Phase-III-Studie zum RNA-Impfstoff mRNA-1273 von Moderna umfasst insgesamt 30.000 Probanden. Die Hälfte davon hat den Impfstoff erhalten, die andere Hälfte fungiert als Kontrollgruppe und bekommt ein Placebo-Mittel. Insgesamt erkrankten bislang 95 Studienteilnehmer an der Krankheit Covid-19. Davon entfielen nur fünf Fälle auf die tatsächlich geimpften Probanden, 90 Fälle wurden in der Kontrollgruppe diagnostiziert. Daraus errechnet sich eine Wirksamkeit von 94,5 Prozent. Dabei geht es darum, inwieweit der Impfstoff die Krankheit verhindern kann. Daten, zu welchem Grad mRNA-1273 eine Ansteckung verhindert, gibt es bislang nicht. Für den vollen Impfschutz sind zwei Dosen in zeitlichem Abstand notwendig.

Moderna will in den kommenden Wochen eine Notfallzulassung bei der US-Arzneimittelagentur FDA beantragen. Auch Anträge bei Zulassungsbehörden anderer Länder seien geplant.

Jörg Tschürtz

Premier Johnson in Corona-Isolation: "Bin fit wie ein Metzgershund"

10:24
16.11.2020
Der britische Premierminister Boris Johnson ist wieder in Corona-Quarantäne. Er fühle sich aber „fit wie ein Metzgershund“, sagte Johnson am Montag in einem über Twitter verbreiteten, selbst aufgenommenen Video. Die Formulierung ist eine gängige Redewendung im Englischen. Er werde alle Regeln befolgen und von der Downing Street aus arbeiten, sagte Johnson. „Ich fühle mich großartig.“.

Die gute Nachricht sei, dass die britische Corona-Warn-App funktioniere, die schlechte, dass er eine Aufforderung erhalten habe, sich 14 Tage lang zu isolieren, sagte der Regierungschef weiter. Die App steht in Großbritannien wegen Mängeln stark in der Kritik.

Die Isolation kommt ausgerechnet in der Woche mit den wohl entscheidenden Gesprächen zum Brexit-Handelspakt. Zudem war es in den vergangenen Tagen bei einem Machtkampf in der Downing Street zu einem Eklat gekommen, der zu einer Neuausrichtung führen könnte. Der umstrittene Politikberater Dominic Cummings, der sehr großen Einfluss auf Johnson hatte, sitzt nicht mehr an den Schalthebeln der Macht, sondern wird Berichten zufolge bis zum Jahresende nur noch einige Projekte beenden.

Johnson hatte sich am vergangenen Donnerstag 35 Minuten lang mit einer Gruppe von Parlamentariern seiner Konservativen Partei getroffen. Darunter war auch der Abgeordnete Lee Anderson, der später Covid-19-Symptome hatte und dies auf Facebook bestätigte. Auf einem Foto sind beide Männer bei dem Treffen am Donnerstag ohne Maske zu sehen. Im März hatte sich Johnson als einer der ersten Regierungschefs weltweit mit dem Corona-Virus angesteckt und musste zeitweise auf der Intensivstation behandelt werden.

Sarah Cames