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ECDC: Mehr als zehn Millionen Corona-Infektionen in Europa

14:39
13.11.2020
Die Anzahl der bestätigten Corona-Infektionen in der EU und ihren wichtigsten europäischen Partnerstaaten hat sich innerhalb von nur dreieinhalb Wochen auf mehr als zehn Millionen verdoppelt. Bis zum Freitag wurden im Europäischen Wirtschaftsraum einschließlich Großbritannien insgesamt 10.124.110 Fälle gemeldet, wie aus einer täglich aktualisierten Übersicht des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) hervorgeht. Das sind knapp 242.000 mehr als am Vortag. Erst am 20. Oktober war die Marke von fünf Millionen nachgewiesenen Infektionen überschritten worden.

Die meisten Infektionen sind der Übersicht zufolge mittlerweile in Frankreich (1.898.710) registriert worden. Auch Spanien (1.437.220), Großbritannien (1.290.195) und Italien (1.066.401) kommen auf siebenstellige Werte. Deutschland folgt mit mehr als 750.000 Fällen auf Rang fünf. In der gesamten Region hat es bislang rund 258.000 Todesfälle in Verbindung mit Covid-19-Erkrankungen gegeben.

Zum Wirtschaftsraum zählen neben den 27 EU-Staaten auch Norwegen, Island und Liechtenstein. Das ECDC schließt auch das frühere EU-Mitglied Großbritannien mit ein. Dafür wird die Schweiz mit ihren bislang rund 250.000 bestätigten Corona-Fällen nicht einbezogen.

Sarah Cames

Reisen nur mit Impfbestätigung? Sanna Marin regt Debatte an

13:53
13.11.2020
Finnland wünscht sich ein einheitliches Vorgehen Europas bei der Bekämpfung des Corona-Virus. Die EU benötige eine gemeinsame Strategie beim Testen und der Nachverfolgung der Infektionen, bei Quarantänebestimmungen und anderen Bereichen der öffentlichen Gesundheit, schrieb die finnische Ministerpräsidentin Sanna Marin in einem am Donnerstag veröffentlichten Meinungsbeitrag auf dem Internetportal „Politico Europe“.

Die Ausbreitung des Corona-Virus schnell unter Kontrolle zu bekommen, sei nicht nur aus gesundheitlicher, sondern auch aus wirtschaftlicher Sicht unerlässlich. „Der einzige Weg, um unsere Wirtschaft zu retten, besteht darin, das Virus zu besiegen“, so Marin. Europa spüre noch immer die Auswirkungen vorheriger Corona-Restriktionen und könne sich keine langfristige wirtschaftliche Rezession mit daraus resultierenden Firmeninsolvenzen und wachsenden Arbeitslosenzahlen leisten.

Finnland hat wie mehrere andere EU-Staaten den Reiseverkehr ins und aus dem Ausland mit bestimmten Maßnahmen beschränkt. Dazu schrieb Marin, diese Maßnahmen könnten nur auf sichere Weise aufgehoben werden, wenn Testanforderungen für Passagiere, eine gegenseitige Anerkennung der Tests und effektive wie einheitliche Quarantäneverfahren festgelegt würden. Die Sozialdemokratin kann sich zum Beispiel vorstellen, dass Personen einen digitalen Immunitätsnachweis oder sogar eine Impfbestätigung bei der Einreise vorweisen müssen.

"Im Fall, dass bei Reisen ein negatives Testergebnis erforderlich ist, müssen wir eine internationale, sichere und digitale Lösung entwickeln, um Daten darüber zu sammeln, ob sich ein Passagier bereits mit der Krankheit infiziert hat oder in Zukunft möglicherweise einen Impfpass besitzt."

Jörg Tschürtz