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Gewerkschaft verteidigt Polizei-Strategie bei Corona-Demonstrationen

13:39
03.08.2020
Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) hat die Einsatzstrategie der Berliner Polizei bei Demonstrationen gegen die Corona-Auflagen am Wochenende nach Kritik aus der Politik verteidigt. «Die Polizei hat nicht den gesetzlichen Auftrag, parteipolitischen Erwartungshaltungen zu folgen, sondern das Versammlungsrecht zu schützen», sagte der Bundesvorsitzende Rainer Wendt der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Diesem Auftrag sei die Berliner Polizei in beispielhafter Weise nachgekommen, der Einsatz sei «wie aus dem Lehrbuch» geführt worden.

Aus Protest gegen die staatlichen Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie waren am Samstag in Berlin Tausende auf die Straße gegangen. Weil viele Demonstranten weder die Abstandsregeln einhielten noch Masken trugen, löste die Polizei Kundgebung am frühen Abend auf. Danach wurde parteiübergreifend der Ruf nach einem harten Durchgreifen laut. «Die Demonstration hätte schon früher aufgelöst werden können», sagte etwa die SPD-Chefin Saskia Esken der ARD-«Tagesschau».

Das wies Wendt zurück: Das Versammlungsrecht sei ein überragendes Rechtsgut, daher gälten hohe Hürden. «Die Polizei darf auch bei festgestellten Rechtsverstößen eine Versammlung nicht sofort abbrechen, sondern muss dem Veranstalter immer ausreichend Gelegenheit geben, auf die Teilnehmenden einzuwirken», erklärte der Gewerkschafter.

Die Diskussion über mögliche Einschränkungen der Versammlungsfreiheit ist für Wendt angesichts zahlreicher Verstöße gegen die Corona-Auflagen «nachvollziehbar.» Der Gewerkschaftschef betonte aber: «Letztlich wird eine Beschränkung des Versammlungsrechts nicht durch die Politik, sondern durch die Verwaltungs- und Verfassungsgerichtsbarkeit entschieden werden.» In der Vergangenheit sei dort im Zweifel immer der Versammlungsfreiheit der Vorrang gegeben worden.

(dpa)

Lucha zur Fan-Rückkehr: «Müssen mögliche zweite Welle flach halten»

13:04
03.08.2020
Der baden-württembergische Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) hat in der Debatte um eine mögliche Rückkehr der Zuschauer in die deutschen Fußballstadien zur Besonnenheit aufgerufen. «In der derzeitigen Situation mit einer zunehmenden Zahl an Infektionen ist es schwierig, über weitere Lockerungen mit Tausenden von Zuschauern in Stadien zu spekulieren», sagte Lucha der Deutschen Presse-Agentur am Montag. «Wir müssen unser Handeln stets der aktuellen Infektionslage anpassen, um eine mögliche zweite Welle flach zu halten.» Man werde über die Zuschauerfrage ausführlich mit den Gesundheitsministern der Länder am 10. August diskutieren.

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hofft auf eine Rückkehr von Zuschauer in die Stadien. Bei einer Außerordentlichen Mitgliederversammlung der 36 Proficlubs am Dienstag soll es auch um das Konzept für die Teilzulassung der Fans in der 1. und 2. Bundesliga während der Corona-Krise gehen. Nach den Vorstellungen der DFL soll es bis Ende Oktober ein Stehplatz- und Alkoholverbot und keine Gästefans in den Stadien bis Jahresende geben, wenn zur neuen Saison wieder Zuschauer in eingeschränkter Zahl zugelassen werden. Entsprechende Anträge des DFL-Präsidiums stehen bei der anstehenden Mitgliederversammlung zur Abstimmung.

(dpa)

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