Durch die Corona-Krise ist der Berg an Sperrmüll in Baden-Württemberg nach Ansicht von Umweltminister Franz Untersteller spürbar größer geworden. «Die Menschen waren häufiger zu Hause. Diese Zeit haben viele genutzt, um ihren Keller mal ordentlich auszuräumen», sagte der Grünen-Politiker am Montag in Stuttgart. Er rechne mit zehn bis 15 Prozent mehr Sperrmüll in den ersten sechs Monaten des Jahres. Allerdings werde sich dieser Trend nicht fortsetzen oder der Müllberg insgesamt deutlich wachsen. «Die Restaurants und Geschäfte hatten geschlossen, die Industrie ist heruntergefahren worden. Das wird die Zahlen ausgleichen», sagte Untersteller bei der Vorlage der Abfallbilanz 2019.
Sorgen macht dem Minister vor allem der Umgang der Baden-Württemberger und auch ihrer Stadt- und Kreispolitiker mit der Biotonne. Im vergangenen Jahr wurde diese in 37 der 44 Stadt- und Landkreise angeboten. Das angestrebte Ziel von 60 Kilogramm Biomüll pro Kopf werde im laufenden Jahr nicht erreicht, im vergangenen Jahr lag der Wert bei 51 Kilo. «Noch immer wird zu viel über die Restmülltonne entsorgt», sagte Untersteller.