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Teststationen für Reiserückkehrer auch an Bahnhöfen und Autobahnen

07:21
01.08.2020
Reisende aus dem Ausland sollen sich in Baden-Württemberg künftig auch an Teststationen im Straßen-, Bahn- und Busverkehr auf das Coronavirus testen lassen können. «Die mobilen Teststationen sollen an geeigneten Standorten mit nennenswertem Reiseverkehr sowie an großen Um- und Ausstiegsbahnhöfen errichtet werden, an denen eine große Anzahl von Reiserückkehrern aus dem Ausland zu erwarten sind», teilte die Pressestelle der Landesregierung am Freitagabend mit. «Und zwar sowohl aus Risiko- als auch aus Nicht-Risikogebieten.» Alle Testangebote sind kostenlos.

Die Flughäfen Stuttgart, Baden-Baden und Friedrichshafen werden demnach sukzessive Testmöglichkeiten anbieten. Ab Montag sind bereits Tests am Flughafen Stuttgart möglich. In der kommenden Woche werden darüber hinaus Teststationen an Autobahnparkplätzen und Bahnhöfen schrittweise eingerichtet. Unter anderem seien Stationen an den Hauptbahnhöfen in Karlsruhe und Stuttgart vorgesehen, weitere Bahnhöfe seien in Prüfung. Im Straßenverkehr soll es Teststationen an Parkplätzen auf den Autobahnen 5, 81, 7 und 8 geben.

Alternativ könnten Reiserückkehrer aus dem Ausland den entsprechenden Test auch kostenlos bei niedergelassenen Ärzten und durch die von den Kassenärztlichen Vereinigungen betriebenen Testzentren durchführen lassen, teilte die Landesregierung mit.

(dpa/lsw)

Winzige Motoren aus Deutschland kämpfen gegen Corona an

07:20
01.08.2020
Seit Beginn der Corona-Pandemie läuft die Arbeit beim Familienunternehmen Faulhaber auf Hochtouren. Die Kleinstmotoren und -antriebe aus Schönaich in der Nähe von Stuttgart kommen unter anderem bei Beatmungsmaschinen, in Atemmasken, in Labors und beim Fiebermessen zum Einsatz. Faulhaber hat dafür Wochenendschichten gefahren und außerdem 60 neue Mitarbeiter eingestellt, heißt es bei dem Unternehmen gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Dafür gelangten Dankesschreiben aus der ganzen Welt nach Schönaich.

«Im ersten Halbjahr 2020 haben wir 16 Prozent Umsatzplus verzeichnet, der Auftragseingang stieg um 29 Prozent», sagen die Unternehmenschefs Gert Frech-Walter und Thomas Bertolini. Der weltweite Umsatzanteil mit neuen Kunden sei dabei während Corona um 22 Prozent gestiegen. Faulhaber profitiere jedoch nicht nur: So sei beispielsweise das Geschäft mit der Luft- und Raumfahrtindustrie komplett eingebrochen. Selbst die geschlossenen Tattoo-Studios schmerzen - in den Tätowiermaschinen werden die hochpräzisen Antriebe ebenfalls verbaut.

Doch Tätowiermaschinen sind im Moment auch nicht das Wichtigste. Die Mitarbeiter waren und sind vor allem hoch motiviert, die Sonderschichten gegen Corona zu fahren, sagt Frech-Walter. Trotz großer Nachfrage wolle man aber nicht über jedes Stöckchen springen. «Alle wollten plötzlich Corona-Testgeräte bauen, aber das geht nicht holterdipolter», sagt Thomas Bertolini. Man müsse gemeinsam mit den Kunden herausarbeiten, was erfolgversprechend sei. «Kostengünstige Motoren gibt es auch aus Asien. Das allein hilft aber nicht - wir geben bei der Gesamtkonstruktion Input, damit die Lösungen perfekt, zuverlässig und in Summe auch günstiger funktionieren.»

Dabei kommt Faulhaber die Expertise im Bereich Medizin zugute. Vor 70 Jahren entwickelte das Unternehmen zunächst den ersten automatischen Filmtransport für Kameras. Herausforderung: Dass ein möglichst kleiner Antrieb das Bild nicht verwackeln möge. Später kamen Antriebe für die Medizin hinzu, etwa für gezieltes Röntgen mit mehreren Bleiplatten. Heute werden mit den winzigen Motoren sogar Röntgenkapseln angetrieben, die der Patient schluckt. «Wir haben eine ganze Reihe sehr innovativer, manchmal auch exotischer Anwendungen», sagt dazu Gert Frech-Walter.

Wie es angesichts Corona weitergeht? «Wir hoffen natürlich nicht auf eine zweite Pandemie. Aber weltweit ist der Präventionsbedarf sehr hoch, gerade in Asien und gerade im Bereich Lungenkrankheiten», sagt Frech-Walter. Der Bedarf sei riesig und noch längst nicht gedeckt.

Umsatz- und Ergebniszahlen nennt das Familienunternehmen traditionell nicht; mit rund 1900 Mitarbeitern weltweit, davon 600 am Standort Schönaich, gehört Faulhaber jedoch zu den größeren schwäbischen Mittelständlern. Und weltweit zu den sogenannten «Hidden Champions», wie nur auf wiederholte Nachfrage bescheiden eingestanden wird.

(dpa/lsw)

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