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Patientenschützer: Spahn muss Vorwürfe bei Corona-App aufklären

07:27
25.07.2020
Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Aufklärung gefordert, was an den Vorwürfen rund um die Probleme bei der Corona-Warn-App dran ist. Die App sei ein wichtiger Baustein, das Coronavirus in Schach zu halten, erklärte Vorstand Eugen Brysch am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. «Jetzt soll auf immer mehr Smartphones die Kontaktüberprüfung nur lückenhaft funktionieren. Das beunruhigt die über 15 Millionen Nutzer.» Und weiter: «Für maximale Irritation sorgt jedoch der Bundesgesundheitsminister. Sein Schweigen ist nicht zu akzeptieren.» Das Vertrauen in die richtige Funktion sei der Schlüssel des Erfolgs der Corona-Warn-App.

Gut einen Monat nach dem Start der Corona-Warn-App waren am Freitag weitere technische Probleme bei der Nutzung bekannt geworden. Nach Recherchen von tagesschau.de funktioniert auch auf vielen iPhones die Kontaktüberprüfung nur lückenhaft. Nutzerinnen und Nutzer seien teilweise über Wochen nicht über die App informiert worden, ob sie Kontakt zu Infizierten hatten oder nicht, berichtete das Webportal der ARD am Freitagabend. Zuvor hatte die «Bild»-Zeitung bereits über ähnliche Probleme bei Millionen Android-Geräten berichtet.

(dpa)

Kinderärzte befürchten Ansturm wegen «Schnupfnasen»

06:13
25.07.2020
Nach dem Sommer kommt irgendwann die Husten- und Schnupfensaison. Kinderärzte befürchten, dass ihre Praxen diesmal besonders voll werden, weil Eltern, Schulen und Kitas verunsichert sind und hinter jeder Erkältung eine Corona-Infektion vermuten könnten.

Die Kinderärzte in Deutschland stellen sich wegen der Corona-Pandemie in der zweiten Jahreshälfte auf eine Belastungsprobe ein. «Wir befürchten in der Tat, dass es ab dem Herbst zu einem Ansturm auf unsere kinder- und jugendärztlichen Praxen kommen wird», sagte der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, der Deutschen Presse-Agentur.

In der Infektzeit sei man auch so jedes Jahr gut beschäftigt, «und das bei einem allgemein zu konstatierenden Kinder- und Jugendarztmangel». «Wenn jetzt aber - oft ausgehend von den Kitas und Schulen selbst - zusätzlich noch Kinder geschickt werden, bei denen jede Schnupfnase als Hinweis auf Covid-19 gesehen wird, dann ein Test verlangt wird, dann werden wir dies nicht alleine bewältigen können.»

Fischbach forderte unter anderem, dass Eltern bei kleinen Infekten ihre Kinder mehrere Tage auch ohne Attest des Arztes zu Hause behalten und gesund pflegen können sollten. «Hierzu bedarf es aber endlich einer großzügigen Karenztagregelung für die betreuenden Eltern, die ohnehin teilweise bereits um ihre Jobs fürchten müssen.»

Der Verband kritisierte auch die aktuellen Testkriterien des Robert Koch-Instituts, wonach Ärzten die Veranlassung eines Corona-Tests bei «akuten respiratorischen Symptomen jeder Schwere (...) bei allen Patienten unabhängig von Risikofaktoren» empfohlen wird. Gerade kleine Kinder wiesen diese Symptome im Rahmen von banalen Atemwegsinfekten sehr häufig auf. «Es ist also schlicht nicht leistbar – selbst beim besten Willen –, jedes Kind mit diesen Symptomen zu testen. Und es ist auch nicht sinnvoll.» Wenn großflächige Tests gewollt seien, so sei das eine primäre Aufgabe des öffentlichen Gesundheitsdienstes.

Klarheit, ob es sich um einen «gewöhnlichen» Infekt oder um eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus handelt, kann nach Angaben des Vorsitzenden der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie, Johannes Hübner, zwar nur ein Labortest bieten. «Ein banaler Schnupfen ohne Fieber oder eine milde Erkältung, die in weniger als 3 Tagen abklingt, muss aber nicht hinsichtlich Coronavirus abgeklärt werden», sagte er der dpa.

Zur Entlastung von Kinderärzten und Allgemeinmedizinern schlug Hübner außerdem «Teststraßen und Massen-Test-Einrichtungen» vor. «Es muss in diesem Winter einen raschen und unkomplizierten Zugang zu einer Diagnostik geben.»

(dpa)

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