Letztes Update:
20201019123113

Land investiert 8 Millionen Euro in Projekte zur Covid-19-Forschung

14:18
24.07.2020
In Baden-Württemberg wird eine «Sonderförderlinie Covid-19-Forschung» aufgelegt. Mit rund acht Millionen Euro will das Wissenschaftsministerium 51 Projekte an den Standorten Freiburg, Heidelberg, Mannheim, Tübingen und Ulm fördern. «Mit unserer Sonderförderung ermöglichen wir die rasche Umsetzung von vielversprechenden Forschungsideen und unterstützen aktuell dringende Forschungsvorhaben zur Diagnostik, Therapie und Prävention von Covid-19», begründete Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) die Maßnahme am Freitag in Stuttgart.

Die Forschungseinrichtungen im Land seien schon jetzt sehr aktiv in der Erforschung des Virus und seiner Auswirkungen auf Gesundheit und Gesellschaft, sagte Bauer. Medizinische Fakultäten werden ebenfalls aus dem insgesamt 15 Millionen Euro schweren Corona-Forschungsbudget unterstützt. Zu den bisherigen Ergebnissen dieser Förderung gehört unter anderem die international stark beachtete Kinderstudie von Mitte Juni, bei der vier Universitätskliniken im Südwesten insgesamt rund 5000 Studienteilnehmer untersuchten.

Auch unabhängig von Corona zahlten sich solche Aktivitäten aus, weil Standorte vernetzt und die speziellen Stärken einer jeden medizinischen Fakultät weiter ausgebaut würden, heißt es dazu beim Wissenschaftsministerium.

(dpa/lsw)

Parteien fordern Aufklärung nach Problemen mit Corona-Warn-App

12:59
24.07.2020
Nach Bekanntwerden von Problemen mit der Corona-Warn-App steht die Kommunikation des Gesundheitsministeriums in der Kritik. «Es ist schon grob fahrlässig, dass das Gesundheitsministerium offenbar verschwiegen hat, dass die Warnung bei verschiedenen Geräten längere Zeit nicht erfolgte», sagte Frank Sitta, der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende der Deutschen Presse-Agentur am Freitag. Der digitalpolitische Sprecher der SPD, Jens Zimmermann, forderte im «Handelsblatt» schnelle Aufklärung durch Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Einem Bericht der «Bild» zufolge hatte die App auf Millionen Android-Smartphones wochenlang nur schlecht oder gar nicht funktioniert. Nutzer seien im Zweifel nicht oder zu spät gewarnt worden, hieß es, da sich die Anwendung im Hintergrund nicht immer automatisch aktualisiert habe.

Das Gesundheitsministerium hatte dazu erklärt, das Problem sei seit längerem bekannt und auch Thema in den Fragen-und-Antworten (FAQ) der App. Der SPD geht das aber nicht weit genug. «Es ist mehr als ärgerlich, dass die zuständigen Fachpolitiker von dieser Sache aus den Medien erfahren. Ich hätte mir eine offene Kommunikation durch das Gesundheitsministerium gewünscht», kritisierte Zimmermann. Auch von der digitalpolitischen Sprecherin der AfD, Joana Cotar, hieß es: «Transparenz sieht anders aus.» Cotar forderte die Bundesregierung auf, die App abzuschalten.

Das Gesundheitsministerium versicherte hingegen, dass die App «zu jeder Zeit» funktioniert habe. Bestimmte Android-Geräte hätten aber verhindert, dass Apps dauerhaft im Hintergrund laufen. «Das gilt nicht nur für die Corona-Warn-App, sondern für alle Apps auf diesen Smartphones.» Die Warn-App tausche aber auch ohne diese Hintergrundaktualisierung anonyme Codes mit anderen Smartphones aus. In der neuesten Version sei das Problem der Hintergrundaktualisierung behoben. Auch ein Sprecher des Unternehmens SAP, das an der Entwicklung der App beteiligt war, sagte: «Es ist keine Fehlfunktion in der App.» Dieter Janecek, Grünen-Fraktionssprecher für Digitale Wirtschaft, mahnte im Nachrichtenportal «t-online.de» jedoch: «Solche Fehler dürfen nicht mehr vorkommen, insbesondere wenn zum Herbst hin die Zahlen wieder ansteigen.»

Die Corona-Warn-App soll helfen, Infektionsketten nachzuverfolgen und zu unterbrechen. Außerdem kann sie dazu beitragen, dass Menschen nach einem Coronavirus-Test möglichst schnell ihr Testergebnis digital erhalten und über die App anonym mögliche Kontaktpersonen warnen können, wenn diese auch die App installiert haben. Mittlerweile wurde die App 16,2 Millionen Mal heruntergeladen.

Jannik Nölke

Alle externen Inhalte nachladen?
Datenschutzerklärung
nachladen