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Münchner Corona-Zahlen steigen weiter

13:52
20.09.2020
Während in München als Ersatz für das ausgefallene Oktoberfest eine «WirtshausWiesn» gefeiert wird, steigen die Infektionszahlen immer deutlicher über den Grenzwert von 50 Neuansteckungen pro Woche und 100 000 Einwohnern. Am Sonntag meldete das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) für die sogenannte 7-Tage-Inzidenz einen Wert von 55,6.

Am Samstag hatte er bei 54,2 gelegen. Am Freitag war die Kennziffer mit 50,7 erstmals wieder über der Grenze von 50 gestiegen, ab der zusätzliche Infektionsschutzmaßnahmen getroffen werden sollen. Die Stadt wird am Montag über das weitere Vorgehen beraten.

Neben München sind den LGL-Zahlen zufolge derzeit auch Würzburg mit einer 7-Tage-Inzidenz von 79,8 und Kulmbach mit 50,1 über dem Grenzwert. Der bayernweite Durchschnitt liegt bei 21,7.

(dpa)

Mehr Ansteckungen mit Corona

10:22
20.09.2020
Die Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat einen Höchststand seit knapp fünf Monaten erreicht. So meldete das Robert Koch-Institut am Samstagmorgen 2297 neue Fälle, die der Behörde binnen 24 Stunden übermittelt wurden. Am Sonntag war der Wert dann mit 1345 neuen Ansteckungen erwartungsgemäß niedriger, auch weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten melden. Das RKI spricht in seinem Lagebericht von Samstagabend von einem «weiteren Anstieg der Übertragungen in der Bevölkerung».

Zudem schreibt das RKI: «Die Zahl der Todesfälle unter den übermittelten Covid-19 Fällen ist derzeit niedrig.» Das liege hauptsächlich daran, dass zuletzt bei relativ vielen jungen Menschen eine Infektion nachgewiesen wurde. «Aktuell kann unser Gesundheitssystem gut mit der Situation umgehen, aber die Dynamik in ganz Europa besorgt», schrieb Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Samstag bei Twitter.

Allerdings nimmt der Anteil der Infizierten in der älteren Bevölkerung laut RKI aktuell leicht zu. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, müsse damit gerechnet werden, dass wieder mehr Menschen ins Krankenhaus kommen und auch sterben. Ältere Menschen gelten als anfälliger für einen schweren Verlauf von Covid-19.

«Wir haben wirklich einen anstrengenden Winter vor uns, wo man nochmal viel nachjustieren muss», sagte Isabella Eckerle, Leiterin des Zentrums für neu auftretende Viruserkrankungen an der Universität Genf, dem «Tagesspiegel». Die Muster im benachbarten Ausland würden sich mit Verzögerung auch in Deutschland zeigen. «Es ist nur eine Frage der Zeit, bis in den Krankenhäusern die Zahlen ansteigen.»

Die Lage auf den Intensivstationen ist nach wie vor ziemlich entspannt, wie aus dem sogenannten DIVI-Intensivregister hervorgeht, das die Kapazitäten in fast 1300 Krankenhäusern erfasst. So werden rund 250 Covid-Patienten intensivmedizinisch behandelt, gleichzeitig sind knapp 9000 Betten frei. Laut einem Bericht der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» halten Krankenhäuser auf ihren Intensivstationen weit weniger Betten für Corona-Patienten frei, als noch vor einigen Wochen und Monaten. Mehrere Bundesländer haben demnach die Quoten der reservierten Betten gesenkt.

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hält das auch für richtig: «Trotz leicht angestiegener Infektionszahlen gab es keine erhebliche Belastung der Intensivstationen», sagte Reinhardt der Zeitung. Eine Mindestquote sei zwar nötig. Die Kliniken hätten aber genügend Zeit und Erfahrung, um ihre Kapazitäten hochzufahren, wenn es wieder mehr Patienten mit schwerem Krankheitsverlauf geben sollte, so Reinhardt.

Der R-Wert liege derzeit etwas über 1. Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach den Zahlen des RKI mindestens 271 415 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 20.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9386 - das sind zwei Todesfälle mehr als am Vortag. Bis Sonntagmorgen hatten rund 240 700 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

(dpa)

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