Letztes Update:
20201019123113

Elternabende gerade in Corona-Zeiten wichtig

07:20
19.09.2020
Elternabende sind aus Sicht des Deutschen Philologenverbands gerade in Corona-Zeiten wichtig. Es gebe einen großen Abstimmungsbedarf, sagte die Verbandsvorsitzende Susanne Lin-Klitzing der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Ob ein digitaler Elternabend eine gute Alternative sei, müsse immer abgewogen werden. «Da, wo Eltern sich noch nicht kennen, da, wo Elternvertreter gewählt werden, da ist ein digitaler Elternabend vermutlich kein guter Ersatz. Wo die digitalen Möglichkeiten vorhanden sind und Einverständnis hergestellt ist, sollten mit digitalen Elternabenden Erfahrungen gesammelt werden.»

Ilka Hoffmann, GEW-Vorstandsmitglied für den Schulbereich, findet Online-Elternabende schwierig. «Manche Eltern kommen technisch gar nicht mit einer Videokonferenz klar. Auch unter Lehrern sind die Kompetenzen da sehr unterschiedlich. Das schließt dann auch wieder manche Menschen aus», sagte sie. Einen Elternabend um jeden Preis brauche es in Corona-Zeiten nicht. «Elternabende dienen vor allem der Information. Und auch sonst kommen nicht immer alle Eltern.» Da reiche vielleicht auch einfach ein gut formulierter und klar verständlicher Brief. «Und wenn jemand Fragen hat, ruft er an.»

(dpa)

Fast 2300 Corona-Neuinfektionen

05:34
19.09.2020
Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus hat erneut deutlich die Schwelle von 2000 übersprungen und den höchsten Wert seit Ende April erreicht. Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland 2297 neue Corona-Infektionen, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Samstagmorgen bekanntgab.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken und im Juli wieder gestiegen. Im August lag die Zahl der Fälle dann einmal bei knapp über 2000 (2034). Die Zahl der erkannten Neuinfektionen ist auch davon abhängig, wie viele Menschen getestet werden.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach den Zahlen des RKI mindestens 270 070 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 19.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9384. Seit dem Vortag wurden sechs Todesfälle mehr gemeldet. Bis Donnerstagmorgen hatten rund 239 800 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Freitag bei 1,16 (Vortag: 1,07). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 1,21 (Vortag: 1,15). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

Stefanie Kübler

Wie wirkt sich Coronavirus auf Silvester aus?

05:23
19.09.2020
Wenige Monate vor dem Jahreswechsel stecken viele deutsche Städte noch in den Planungen für die Silvester-Feierlichkeiten. Im Fokus dabei stehen mögliche Feuerwerksverbote. Ob es auch gesonderte Regeln wegen der Coronavirus-Pandemie geben wird, ist in den meisten Städten noch unklar.

Eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei 16 Großstädten in der Bundesrepublik ergab, dass sich die meisten zum möglichen Ablauf für die Nacht zum Neujahrstag noch nicht festgelegt haben. Mit Blick auf die Covid-19-Pandemie verwiesen die meisten Städte auf die von den Ländern erlassenen Corona-Regeln. Konkrete Corona-Silvesterpläne existieren bei den meisten deshalb noch nicht.

Das Böllern ist grundsätzlich auf Bundesebene geregelt: Wo Feiernde ihre Raketen und Silvester-Kracher abbrennen dürfen, regelt die Erste Verordnung zum Sprengstoffgesetz (1. SprengV). «Das Abbrennen pyrotechnischer Gegenstände in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie besonders brandempfindlichen Gebäuden oder Anlagen ist verboten», heißt es in Paragraf 23. Die Städte Erfurt, Essen, Leipzig, Mainz, Potsdam und Dresden wollen nach derzeitigem Stand kein Feuerwerks- und Böllerverbot verhängen, das über die Regelungen aus diesem Gesetz hinausgeht.

In Berlin will die Stadt nach Angaben der Senatsverwaltung für Inneres Verbotszonen rund um das Brandenburger Tor ausweisen und zusätzlich in zwei weiteren Teilen der Stadt. «Wenn mit Böllern und Raketen aber auf Menschen gezielt wird, die für unseren Schutz und unsere Gesundheit arbeiten, dann geht das eindeutig zu weit und darf und kann nicht mehr hingenommen werden», hieß es von der Senatsverwaltung.

Auch Hannover werde «mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit» in bestimmten Bereichen der Innenstadt ein Mitführ- und Abbrennverbot von Feuerwerkskörpern erlassen, teilte die Stadt mit. In Karlsruhe soll besonders am Schlossplatz auf die Einhaltung von Paragraf 23 der 1. SprengV geachtet werden. Allein in Rostock gibt es bereits konkrete Überlegungen, aufgrund der Corona-Pandemie ein Böller- und Feuerwerksverbot zu verhängen, etwa am Strand von Warnemünde.

In Hamburg, Stuttgart, Düsseldorf, Köln, Wiesbaden und München haben Behörden derweil noch nicht abschließend geklärt, ob es Verbotszonen geben wird. Die bayerische Landeshauptstadt zog zumindest nach eigenen Angaben ein positives Fazit aus dem vergangenen Jahr. Damals verbot sie Feuerwerkskörper etwa um den Marienplatz abzubrennen, weil dort Menschen oft dicht gedrängt ins neue Jahr feierten. Auch in Köln galt ein solches Verbot rund um den Kölner Dom. Das ging der Stadt zufolge auch auf die Ereignisse aus der Silvesternacht 2015 zurück, als viele Menschen mit Feuerwerkskörpern beschossen wurden.

Der Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI) sieht die Feuerwerksverbote kritisch. Das sei in den Innenstädten nicht sinnvoll und bestrafe die falschen Personen, kritisiert der VPI. Zudem fürchten die Branchenvertreter dadurch enorme wirtschaftliche Auswirkungen bis hin zu Firmenschließungen. Im vergangenen Jahr betrug der Umsatz von Silvesterfeuerwerk nach Verbandsangaben 122 Millionen Euro. Das waren rund acht Prozent mehr als im Vorjahr 2018.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert dagegen die Städte auf, auf Alternativen zu Feuerwerk, wie Lichtinstallationen etwa mit Drohnen, umzusteigen. In der Silvesternacht werde die Luft mit 4200 Tonnen Feinstaub belastet, sagte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Hinzu komme die Belastung durch den Abfall und jährlich neue Chemikalienmischungen, die in der Luft explodieren, um Farben zu erzeugen. «Was da in die Luft geht, ist hochgradig gesundheitsschädlich und das mitten in der Stadt, wo es Hunderttausende Menschen einatmen», mahnte Resch.

In anderen Ländern hat Corona teilweise große Auswirkungen auf die Silvesterplanung. In London wurde das riesige Feuerwerk an der Themse abgesagt. Solche Menschen-Ansammlungen seien wegen der Pandemie nicht mehr möglich, sagte der Bürgermeister der britischen Hauptstadt, Sadiq Khan. Allein im vergangenen Jahr hatten mehr als 100 000 Menschen das gigantische Schauspiel am Riesenrad London Eye verfolgt. Nun arbeite man an einer Version, die die Menschen am Fernseher verfolgen könnten.

(dpa)

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