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FDP kritisiert einseitigen Fokus in grün-schwarzer Corona-Strategie

14:41
17.09.2020
Die Landtags-FDP fordert von der grün-schwarzen Landesregierung im Kampf gegen Corona ein stärkeres Augenmerk auf die Lage in den Kliniken. «Was uns zu kurz gesprungen erscheint, ist die im Grunde vollständige Reduktion der Corona-Politik auf die Zahl der Neuinfektionen», kritisierte Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke am Donnerstag in Stuttgart bei der Vorstellung der Ergebnisse der FDP-Fraktionsklausur. Seit sechs Wochen habe man eine erhöhte Zahl an Infektionen, aber die Zahl der schweren Fälle und Todesfälle sei nicht gestiegen, und die Situation in den Kliniken sei nicht schlechter geworden. Von einer Überlastung der Krankenhäuser, wie man sie zu Beginn der Pandemie vermeiden wollte, könne keine Rede sein. «Darauf sollte man auch Rücksicht nehmen bei seiner Corona-Politik.»

(dpa)

Bundesliga-Auftakt in München ohne Zuschauer

13:15
17.09.2020
Wegen der gestiegenen Infektionszahlen in München dürfen beim Eröffnungsspiel der Fußball-Bundesliga zwischen dem FC Bayern und dem FC Schalke 04 am Freitagabend nun doch keine Zuschauer dabei sein. Das entschied die Stadt München am Donnerstag. Davor war noch auf 7500 Fans in der Allianz Arena gehofft worden.

Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) sprach in einer Mitteilung von einem «falschen Signal» und verwies auf aktualisierte Corona-Werte des Robert Koch-Instituts. Demnach ist die Inzidenzzahl in München über Nacht von unter 34 auf 47,6 gestiegen. «Für mich bedeutet dieser hohe, jetzt auch vom RKI bestätigte Inzidenzwert, dass wir über deutlich einschneidendere Einschränkungen im öffentlichen Leben zumindest nachdenken müssen. Und da kann ich nicht zeitgleich Tausende Fans in die Stadien lassen», sagte der Politiker.

In dieser Woche hatte die Politik beschlossen, bundesweit in einem Probebetrieb 20 Prozent der Stadien in den zwei Bundesliga wieder zu füllen. Die Münchner blieben da aber bereits vorsichtig und planten nur mit einer Auslastung von zehn Prozent.

Nun aber bleibt die Allianz Arena am ersten Spieltag zuschauerleer, wie Bürgermeister Reiter nach Beratungen mit Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und seiner Gesundheitsbehörde entschied. «Das ist bitter für die Fans und Vereine, ich weiß, aber die Krise ist noch nicht vorbei, das muss allen bewusst sein», sagte er.

Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hatte zuvor noch die geplante Rückkehr von Fans in die Stadien gelobt. «Das ist für die Fußballkultur etwas sehr wichtiges, dass das zurückkehrt», sagte Rummenigge am Donnerstag bei «Bild live».

(dpa)

Allianz muss nach Corona-Klagen Niederlagen fürchten

13:11
17.09.2020
Deutschlands größter Versicherungskonzern Allianz muss vor Gericht bei seinen Auseinandersetzungen mit coronageschädigten Wirten schlagzeilenträchtige Niederlagen fürchten. Das Münchner Landgericht ließ bei einer mündlichen Verhandlung am Donnerstag durchblicken, dass die Betriebsschließungsversicherung der Allianz möglicherweise für die behördlich angeordnete Schließung von Gaststätten im Frühjahr zahlen muss, auch wenn der Covid-19-Erreger in den entsprechenden Policen nicht explizit genannt ist.

«Wir sehen im vorliegenden Fall nichts, was dem Anspruch der Klägerin entgegen steht», sagte die Vorsitzende Richterin Susanne Laufenberg. Im konkreten Fall gegen die Allianz geklagt haben die Wirte des Wirtshauses am Nockherberg, einem bundesweiten Millionenpublikum durch die Fernsehübertragung des alljährlichen Starkbieranstichs bekannt.

Bundesweit sind an den Gerichten derzeit hunderte Klagen von Gastronomen gegen Versicherer anhängig, die die Kosten der coronabedingten Zwangsschließungen im Frühjahr nicht bezahlen wollen. Allein in München sind es 71 Fälle. Schon in einem im Juli verhandelten Fall hatte das Münchner Landgericht die nicht eindeutig formulierten Versicherungsbedingungen des Dax-Konzerns kritisiert. Denn die Allianz hat in den entsprechenden Verträgen zwar eine Liste von Krankheiten und Erregern festgelegt, für die der Versicherungsschutz gilt - nicht erwähnte Erreger aber auch nicht ausdrücklich ausgeschlossen.

Das Gericht hat aber bereits klargestellt, dass jede Klage einzeln bewertet werden muss - Niederlagen der Allianz in einzelnen Verfahren würden nicht bedeuten, dass der Dax-Konzern in der Prozessserie grundsätzlich chancenlos wäre.

(dpa)

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