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Corona-Krise schlägt aufs Handwerk durch

07:37
10.09.2020
Das Handwerk in Deutschland hat in der Corona-Krise zum ersten Mal seit sieben Jahren einen Umsatzrückgang gegenüber einem Vorjahresquartal verzeichnet. Die Erlöse verringerten sich im zweiten Vierteljahr um 7,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Grund dafür seien auch die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Die Zahl der Beschäftigten im zulassungspflichtigen Handwerk sank um 1,7 Prozent.

Fünf der sieben Gewerbegruppen setzten weniger um als im zweiten Quartal 2019. Den stärksten Rückgang gab es im Kraftfahrzeuggewerbe (minus 21,6 Prozent). Das Bauhauptgewerbe (plus 4,7 Prozent) und das Ausbaugewerbe (plus 1,1 Prozent) verzeichneten hingegen Zuwächse.

In allen sieben Gewerbegruppen waren Ende Juni weniger Menschen tätig als ein Jahr zuvor. Den stärksten Rückgang gab es im Lebensmittelgewerbe (minus 5,0 Prozent). Im Bauhauptgewerbe sank die Zahl der Mitarbeiter (minus 0,3 Prozent) am wenigsten.

Zu den Gewerbegruppen des zulassungspflichtigen Handwerks gehören Bau, Ausbau, Handwerke für den gewerblichen Bedarf, Kraftfahrzeuggewerbe, Lebensmittelgewerbe, Gesundheitsgewerbe sowie Handwerke für den privaten Bedarf, zu denen beispielsweise Friseure zählen.

(dpa)

Wohl deutlich mehr Amerikaner hatten Corona als bekannt

06:21
10.09.2020
In den USA haben sich einer Hochrechnung zufolge zu Beginn der Corona-Pandemie wohl rund neun Mal so viele Menschen mit dem Virus infiziert als nach den offiziellen Statistiken bekannt. Im Zeitraum von etwa Mitte Januar bis Mitte April habe es im Land womöglich bereits rund sechseinhalb Millionen Fälle gegeben, schreiben die Wissenschaftler um Jade Benjamin-Chung und Sean Wu von der University of California in Berkeley im Fachjournal «Nature Communications». Offizielle Statistiken geben für diesen Zeitraum 721 245 Fälle an. In den USA leben rund 330 Millionen Menschen.

Eine deutliche Dunkelziffer bei den Corona-Zahlen gibt es nach Experteneinschätzung auch in etlichen anderen Ländern, zum Beispiel auch in Indien und Brasilien. Die tatsächliche Lage spielen die Werte daher nur bedingt wider. Vergleiche zwischen Ländern nach den offiziellen Statistiken haben zudem nur eingeschränkt Aussagekraft.

Die Differenz liege in den USA unter anderem in der geringen Zahl von Tests begründet, so die Forscher. Zu Beginn der Ausbreitung in den USA seien in Krankenhäusern nur Patienten mit gemäßigten bis starken Symptomen getestet worden - viele Infizierte haben jedoch nur milde oder überhaupt keine Symptome. Zudem hätten nicht alle Tests akkurate Ergebnisse geliefert.

Die Forscher analysierten die Zahlen für alle US-Bundesstaaten. Die meisten Infektionen gab es demzufolge im Nordosten, dem Mittleren Westen und Louisiana im Süden. Insgesamt kommen sie für den Zeitraum von etwa Mitte Januar bis Mitte April auf rund sechseinhalb Millionen Infektionen - das wären 19 von 1000 Menschen und rund neunmal mehr als nach den offiziellen Angaben.

Bereits im Juni hatten Vertreter der Gesundheitsbehörde CDC davon gesprochen, dass in den USA wohl wesentlich mehr Menschen mit dem Coronavirus infiziert gewesen seien als bislang bekannt. «Für jeden Fall, den wir verzeichnet haben, gab es wahrscheinlich zehn weitere Infektionen», hatte CDC-Direktor Robert Redfield gesagt.

Die Behörde gibt derzeit für die USA gut 6,3 Millionen bekannte Corona-Infektionen an - mehr nachgewiesene Fälle als jedes andere Land der Welt. Rund 190 000 Menschen starben laut CDC infolge einer Covid-19-Erkrankung. Wissenschaftler befürchten einem viel beachteten Modell zufolge bis zum Jahresende mehr als 410 000 Corona-Tote in den USA.

(dpa)

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