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Pflegeheimmitarbeiterin verweigert nach Demo Corona-Test - Kündigung

09:21
02.09.2020
Ein Senioren- und Pflegeheim im schleswig-holsteinischen Itzstedt hat einer Mitarbeiterin fristlos gekündigt, weil sie nach der Teilnahme an der Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen in Berlin einen Coronatest verweigert hatte. Der Pflegedienstleiter der privaten Einrichtung bestätigte die Kündigung am Mittwoch. In einem Pflegeheim seien besonders strenge Vorsichtsmaßnahmen erforderlich, an die sich alle Mitarbeiter halten müssten, sagte er zur Begründung. Dazu gehöre unter anderem ein Corona-Test bei entsprechenden Krankheitssymptomen.

Die Mitarbeiterin hatte am Wochenende an der Großdemonstration in Berlin gegen die Corona-Auflagen teilgenommen und sich anschließend wegen Erkältungssymptomen krank gemeldet. Zuvor hatten Medien berichtet. Unter Arbeitsrechtlern ist umstritten, ob die Kündigung wirksam ist.

(dpa)

Deutsche-Bank-Chef: Krise als Chance zur Erneuerung nutzen

08:42
02.09.2020
Die Wirtschaft sollte nach Ansicht von Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing die in der Corona-Krise mit Hilfsmilliarden erkaufte Zeit zu einem drastischen Umbau nutzen. «Wir Unternehmen, wir alle müssen uns an das neue Umfeld anpassen - doch genau das geschieht noch nicht überall», sagte Sewing am Mittwoch zum Auftakt der «Handelsblatt»-Bankentagung in Frankfurt. «Europa droht erneut unter seiner größten Schwäche zu leiden: Wir sind relativ gut darin, Krisenerscheinungen zu kontern. Aber wir sind langsamer darin, uns dauerhaft auf einen neuen Normalzustand einzustellen.»

Sewing mahnte: «Eine Rückkehr zu alter Wirtschaftsstärke wird deutlich länger dauern als allgemein angenommen wird. Viele Unternehmen müssen sich darauf einstellen und es schaffen, mit langfristig geringeren Umsätzen profitabel zu sein.» Banken müssten sich «in dieser Phase ganz besonders fokussieren: auf das, was unsere Kunden und die Wirtschaft jetzt von uns brauchen». Die Rolle von Banken als Berater und Risikomanager werde wieder viel bedeutender.

Bei der Deutschen Bank läuft seit dem vergangenen Sommer ein tiefgreifender Umbau. Deutschlands größtes Geldhaus hat sich zum Beispiel aus dem institutionellen Aktienhandel verabschiedet und eine Unternehmensbank gegründet, die sich um Mittelständler, Familienunternehmen und multinationale Konzerne kümmert. Zudem soll bis Ende 2022 die Zahl der Vollzeitstellen im Konzern um etwa 18 000 auf weltweit 74 000 verringert werden. «Wir sind bei unserer Transformation sehr gut vorangekommen in den letzten zwölf Monaten und werden sie weiter absolut diszipliniert umsetzen», bekräftigte Sewing.

(dpa)

Wegen Corona «verlorenes Jahr» für Schwimmausbildung von Kindern

05:54
02.09.2020
Lange Wartelisten und fast keine Kurse - in Zeiten von Corona geht das Schwimmen unter. Auch Schwimmabzeichen wie das «Seepferdchen» konnten wegen der Pandemie kaum abgenommen werden. «Was die Schwimmausbildung betrifft, ist es ein verlorenes Jahr», sagte Ursula Jung, Vize-Präsidentin der Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Württemberg. Normalerweise würden vom Verband im Land jährlich mehr als 10 000 «Seepferdchen»-Abzeichen verliehen - «dieses Jahr wird das bei weitem nicht erreicht werden können».

Schwimmkurse seien wochenlang verboten gewesen und erst seit Mitte Juli wieder möglich. «Das ist für den Bedarf ganz schlecht», sagte Jung. Die Zahl der Vor- und Grundschulkinder, die Schwimmen können, sei ohnehin seit Jahren rückläufig und die Wartelisten für Schwimmkurse wegen Corona nun noch viel länger.

Bundesweit gibt es zwar keine Zahlen. Es sei aber eine Tatsache, dass im ersten Halbjahr kein Schwimmkurs von Anfang bis Ende habe durchgeführt werden können, sagte dazu der Sprecher der DLRG-Bundesverbandes, Martin Holzhause. «Viele tausend Kinder konnten so nicht schwimmen lernen.» Auch hätten viele Bäder Probleme gehabt, die corona-bedingten Auflagen zu erfüllen und rechtzeitig entsprechende Konzepte zu entwickeln.

Der Deutsche Schwimmlehrerverband (DSLV) sprach ebenfalls von explodierenden Wartelisten. «Es wird zwei bis drei Jahre dauern, bis sich das normalisiert», sagte DSLV-Präsident Alexander Gallitz.

(dpa/lsw)

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