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Virologe Drosten: Masken schützen vor Ansteckung - und vor Mundgeruch

14:31
01.09.2020
Trotz einiger Schwächen tragen Alltagsmasken zum Schutz vor einer Coronavirus-Infektion maßgeblich bei. Das betonte der Berliner Virologe Christian Drosten am Dienstag in seinem ersten NDR-Podcast nach der Sommerpause. Tröpfchen würden von den Masken wirkungsvoll zurückgehalten. Komplizierter sei es mit den Aerosolen. «Diese Tröpfchen, in dieser ausgeatmeten Aerosol-Luft, die sind so fein, dass die sich nicht in dem Stoff einer schlecht sitzenden Maske fangen.» Sie würden an einer Maske vorbei ein- und ausgeatmet. Bei einem kurzen Kontakt mit einem Infizierten würden sie die Infektionsgefahr dennoch reduzieren.

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Man möge sich vorstellen, man unterhalte sich mit jemandem, der Mundgeruch hat, nannte Drosten ein Beispiel: «Dieser Mundgeruch - das sind Aerosole.» Wenn der Gesprächspartner eine Maske tragen würde, würde man diesen Mundgeruch nicht mehr bemerken. Im übertragenen Sinne bedeute das: Da werde ich mich nicht mehr so schnell infizieren. 

(dpa)

Labore fordern gezielte Corona-Tests statt Massenuntersuchungen

13:41
01.09.2020
Angesichts knapper werdender Materialien und Kapazitäten fordern Labore bundesweit gezieltere Corona-Tests statt anlassloser Untersuchungen. «Wir brauchen eine rasche Umsetzung der geänderten nationalen Teststrategie, und zwar besser heute als morgen», sagte Jan Kramer vom Vorstand des Verbands Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM). Der Verband unterstützt demnach den Entschluss des Bundes und der Länder vom vergangenen Donnerstag, die Teststrategie den aktuellen Gegebenheiten anzupassen.

Laut einer Erhebung des ALM ist die Zahl der Sars-CoV-2-Tests auch in der vergangenen Woche weiter gestiegenen - auf fast eine Million. Bei den 155 an der Erfassung teilnehmenden Laboren gebe es inzwischen einen Rückstau von mehr als 34 600 Tests (Stand Montag). Der Anteil der positiven Ergebnisse sei weiter rückläufig und liege nur noch bei 0,7 Prozent. Bei den Reiserückkehrern betrage die Rate weniger als 0,4 Prozent. Dies zeige, dass komplexe und wertvolle medizinische Tests für die falsche Zielgruppe eingesetzt würden, so Oliver Harzer vom ALM.

Mit der baldigen Rückkehr zur bisherigen Teststrategie des Bundesgesundheitsministers «Testen, testen, testen – aber gezielt» könnten nicht nur die fachärztlichen Labore vor dem sicherlich herausfordernden Herbst und Winter durchatmen. Auch das Gesundheitssystem werde von den zusätzlichen Kosten anlassloser Testung zum Beispiel von Reiserückkehrern aus Nicht-Risikogebieten entlastet.

Laut ALM befeuern kommerzielle fachfremde Anbieter mit viel Nachdruck die Forderung, es müsse unbedingt noch viel mehr getestet werden und es gebe keinen Mangel an Reagenzien und weiteren Ressourcen. Eine millionenfache ungezielte Testung lehnt der Verband «mit Blick auf die fehlende medizinische, epidemiologische und praktische Sinnhaftigkeit» ab und warnt: «Solche Angebote halten wir für unmoralisch. Medizinische Tests sollten in erster Linie für Menschen eingesetzt werden, die sie aus medizinischen Gründen benötigen.»

Der Verband vertritt eigenen Angaben zufolge über 200 medizinische Labore mit 900 Fachärzten, rund 500 Naturwissenschaftlern und etwa 25 000 qualifizierten Mitarbeitern. 

(dpa)

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