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In Berlin gilt künftig Maskenpflicht bei Demonstrationen

10:42
01.09.2020
Bei Demonstrationen in Berlin mit mehr als 100 Teilnehmern gilt künftig eine Maskenpflicht. Darauf hat sich der Senat nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur bei seiner Sitzung am Dienstag verständigt. Es soll aber Ausnahmen etwa für Autokorsos und Fahrraddemos geben. Nach der bisherigen Infektionsschutzverordnung in Berlin war Teilnehmern von Demonstrationen nicht vorgeschrieben, einen Mund-Nase-Schutz zu tragen. Details sollen bei der Pressekonferenz nach der Senatssitzung am Dienstagnachmittag bekannt gegeben werden.

Eine solche Maskenpflicht gilt etwa in Bussen und Bahnen oder im Einzelhandel und seit Beginn des neuen Schuljahres auch in Schulgebäuden, aber nicht während des Unterrichts. Der Senat hat das Thema am Dienstag beraten, nachdem es am Wochenende mehrere Demonstrationen in Berlin gegen die Corona-Politik gegeben hatte.

Am Samstag nahmen nach Schätzungen der Behörden an den Protesten gegen die Corona-Maßnahmen in Berlin insgesamt rund 38 000 Menschen teil. Eigentlich wollten die Berliner Behörden die Versammlungen verbieten, sie unterlagen jedoch vor Gerichten.

Als Grund für die Verbotsverfügung hatte die Polizei angeführt, durch die Ansammlung Zehntausender Menschen - oft ohne Maske und Abstand - entstehe ein zu hohes Gesundheitsrisiko für die Bevölkerung. Das habe bereits die Demonstration gegen die Corona-Politik am 1. August in Berlin gezeigt, bei der die meisten Demonstranten bewusst Hygieneregeln ignoriert hätten.

Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) hatte bereits am Montag angekündigt, eine Maskenpflicht für Demonstrationen zu befürworten.

(dpa)

Virologe Streeck «geschockt» über Anfeindungen gegen Spahn

09:13
01.09.2020
Der Virologe Hendrik Streeck hat die Anfeindungen gegen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verurteilt. «Der Übergriff hat mich geschockt», sagte Streeck am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. «Jens Spahn ist der Gesundheitsminister, der bereits vor der Pandemie viele Probleme aktiv angegangen ist und sich nicht in der Bürokratie verloren hat. Er steht für mich als Politiker dafür, dass diese Pandemie nur gemeinsam bewältigt werden kann. Die Attacke war daher eine Attacke auf uns alle.» Die Anfeindungen zeigten aber auch, «dass das Virus politisch geworden ist, und dass Maßnahmen noch besser erläutert, evaluiert und implementiert werden müssen».

Spahn war am Rande eines Wahlkampftermins in Bergisch Gladbach bei Köln von Demonstranten angefeindet und beschimpft worden. Nach Ministeriumsangaben wurde er nach der Veranstaltung am Samstag angeschrien und bespuckt. Die Bundesregierung und die CDU-Spitze haben den Vorfall verurteilt. Erst in der vergangenen Woche war Spahn bei einem Auftritt in Wuppertal gestört worden.

(dpa)

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