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Bevölkerungsschützer hoffen auf Corona-Effekt bei Bürgern

05:21
28.08.2020
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hofft, dass die Corona-Pandemie das Krisenbewusstsein der Deutschen schärft. «Wir können derzeit noch nicht wissenschaftlich belegen, ob die Corona-Krise eine Verhaltensänderung mit sich bringt», sagte der Präsident des Bundesamts, Christoph Unger, der Deutschen Presse-Agentur. «Aber wir wünschen es uns und wir arbeiten dafür.»

Es gebe noch viel zu tun in der Krisenvorsorge, sagte Unger. Der BBK-Präsident ist überzeugt, dass sich Katastrophenfälle künftig häufen werden - schon wegen des Klimawandels. Erdbeben, Hochwasser, Stromausfälle - die Menschen müssten für den Notfall vorsorgen. «Die Deutschen vertrauen sehr stark darauf, dass der Staat immer zur Hilfe kommt.» So hätten die wenigstens Menschen Vorräte für zehn Tage zuhause, wie es das Bundesamt empfiehlt. Wer keine Reserven daheim habe, der kaufe dann panisch Klopapier wie zu Hochzeiten der Corona-Krise.

Das BBK unterstützt es, wenn Menschen sich auf Katastrophen-Szenarien vorbereiten. Klar wolle er keine Panik schüren, sagte Unger. Aber: «Wir dürfen die Menschen nicht einlullen.» Er fühle sich in seiner Rolle manchmal wie die Figur Kassandra aus der griechischen Mythologie. «Die hat ja auch immer auf irgendwelche Dinge hingewiesen - und keiner hat ihr geglaubt.»

Am 10. September soll es den ersten bundesweiten Warntag seit Ende des Kalten Krieges geben, vom BBK organisiert. An diesem Tag würden die unterschiedlichsten Warnmittel wie Sirenen, Apps aber auch digitale Werbetafeln bundesweit ausgelöst.

(dpa)

Inzwischen mehr als 41.000 Corona-Infektionen im Südwesten

18:22
27.08.2020
Die Zahl der seit Beginn der Pandemie nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten ist in Baden-Württemberg auf mindestens 41 247 gestiegen. Das sind 283 Menschen mehr als am Vortag, wie aus Zahlen des Landesgesundheitsamtes vom Donnerstag (Stand: 16.00 Uhr) hervorgeht. Etwa 35 381 Menschen gelten als genesen. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um einen Fall auf 1864. Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert wurde mit 1,04 angegeben. Er gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt.

Heilbronn bleibt als einzige baden-württembergische Kommune über der kritischen Marke von 35 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage; ab diesem Wert gilt eine Vorwarnstufe. Die Sieben-Tage-Inzidenz in Heilbronn liegt inzwischen bei knapp 39,6 Fällen pro 100 000 Einwohner. Nicht mehr allzu weit weg von diesem Wert ist Ulm (32,4).

Das Gesundheitsamt teilte mit, die Zahl der neuen Fälle steige seit gut einem Monat stetig. Auffällig seien viele jüngere Infizierte sowie viele Menschen, die sich vermutlich im Ausland infiziert hätten. In den vergangenen beiden Wochen hätten sich rund 58 Prozent der neuinfizierten Menschen wahrscheinlich im Ausland mit dem Virus angesteckt. Zudem habe es mehrere kleinere familiäre Ausbrüche gegeben, die teils auch von Reiserückkehrer ausgelöst worden.

(dpa/lsw)

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